Japanische Methode zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen durch gezielte Kühlschrankorganisation

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Eine in Japan entwickelte, einfache und visuell ausgerichtete Methode zielt darauf ab, die Menge an Lebensmittelabfällen in Privathaushalten durch gezielte Aufmerksamkeit auf Produkte mit nahendem Verfallsdatum zu verringern. Diese Strategie adressiert das verbreitete Problem, dass leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank übersehen und vergessen werden, was zu unnötigem Wegwerfen führt. Die Implementierung dieser Technik erfordert die Schaffung eines dedizierten Lagerbereichs innerhalb des Kühlgeräts, der durch auffällige, farbige Klebebänder deutlich markiert wird, um den sofortigen Verzehr dieser Artikel zu signalisieren.

Die Philosophie des „Mottainai“, welche das Bedauern über verschwendete Ressourcen ausdrückt, ist tief in dieser Vorgehensweise verankert und fördert eine reflektierte Haltung gegenüber dem Konsum. Der Kern der Methode liegt in der physischen Organisation der verderblichen Waren, um deren Sichtbarkeit zu maximieren und somit die Wahrscheinlichkeit des Vergessens zu eliminieren. Hierfür werden durchsichtige Behälter ohne Deckel bevorzugt, die in gut einsehbaren Zonen des Kühlschranks platziert werden, um eine Gruppierung der „Zuerst-essen“-Artikel zu gewährleisten.

Forschungsergebnisse aus Tokio haben das Potenzial dieser Methode in Pilotgemeinschaften bestätigt, wo eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung um bis zu 20 Prozent erzielt werden konnte. Diese organisatorische Maßnahme steht im Einklang mit dem breiteren kulturellen Verständnis in Japan, das Wertschätzung für alle Ressourcen lehrt. Die japanische Regierung thematisiert Lebensmittelverschwendung bereits seit Längerem unter Begriffen wie „shokuhin rosu“ oder „fūdo rosu“, wobei die gesamte Lebensmittelabfallmenge im Geschäftsjahr 2021 auf 5,23 Millionen Tonnen anstieg, den ersten Anstieg seit sechs Jahren.

Während in Deutschland Haushalte für etwa 58 Prozent der jährlichen Lebensmittelabfälle von rund 10,8 Millionen Tonnen verantwortlich sind, zeigt der japanische Ansatz einen direkten, handlungsorientierten Weg zur Beeinflussung des Endverbraucherverhaltens. Die visuelle Organisation im Kühlschrank dient als tägliche, nonverbale Erinnerung, die über die bloße Einhaltung von Daten hinausgeht. Diese kulturell fundierte und pragmatische Antwort auf die globale Herausforderung der Lebensmittelverschwendung schärft das Bewusstsein direkt am Ort des Konsums.

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Quellen

  • ElNacional.cat

  • ElNacional.cat

  • vertex.ai

  • Israel Hayom

  • NewsBytes

  • Japan Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries

  • La Vanguardia

  • vertexaisearch.cloud.google.com

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  • vertexaisearch.cloud.google.com

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