Nachhaltiges Wachstum im Luxus-Resale-Markt spiegelt verändertes Konsumentenverhalten wider

Bearbeitet von: Katerina S.

Der Gebrauchtmarkt für Luxusgüter festigt seine Position als wesentlicher Pfeiler der Konsumentenstrategien und zeigt keinerlei Anzeichen einer Verlangsamung. Aktuelle Analysen aus Berichten von The Business of Fashion und McKinsey belegen, dass das Wiederverkaufssegment für Mode und Accessoires dreimal schneller expandiert als der Markt für Neuwaren. Diese Entwicklung wird durch eine Prognose von Boston Consulting Group (BCG) und Vestiaire Collective untermauert: Bis zum Jahr 2030 könnte das globale Volumen des Secondhand-Luxusmarktes beeindruckende 360 Milliarden US-Dollar erreichen. Dies stellt eine deutliche Steigerung gegenüber der aktuellen Schätzung von 210 bis 220 Milliarden US-Dollar dar. Dieser tiefgreifende Wandel vollzieht sich mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 10 Prozent.

Der rasante Aufschwung des Wiederverkaufsgeschäfts ist auf mehrere miteinander verknüpfte Ursachen zurückzuführen. Ein wesentlicher Treiber ist die signifikante Preiserhöhung im ursprünglichen Luxussegment, die sich insbesondere nach der Pandemie beschleunigte. Diese Preissteigerungen wurden durch Inflation und die Einführung neuer Zölle noch verschärft, wodurch gebrauchte Artikel zu einer deutlich attraktiveren und erschwinglicheren Alternative wurden. Parallel dazu hat die weite Verbreitung digitaler Plattformen den Zugang zu diesem Markt revolutioniert. Laut McKinsey entfielen im Jahr 2024 bereits 88 Prozent aller Ausgaben im Secondhand-Bereich auf Online-Marktplätze. Spezialisierte Wiederverkäufer wie Fashionphile und The RealReal verzeichneten im Jahr 2025 ein beeindruckendes zweistelliges Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Getragene Luxusartikel etablieren sich zunehmend als neues Statussymbol. Ein Bericht von The RealReal aus dem Jahr 2025 hob hervor, dass die Suchanfragen nach Vintage-Handtaschen um beachtliche 108 Prozent zunahmen. Pierre Dupré von der BCG betont, dass diese Tendenz von Dauerhaftigkeit geprägt ist und ein integraler Bestandteil des Zugangs zur Luxuswelt wird. Konsumenten bewerten Kaufentscheidungen immer stärker unter dem Gesichtspunkt des potenziellen Wiederverkaufswerts. Eine Umfrage von ThredUp aus dem Jahr 2025 zeigte, dass 47 Prozent der Käufer die zukünftige Wiederverkaufsfähigkeit beim Erwerb von Kleidung berücksichtigen; bei Personen zwischen 18 und 44 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf 64 Prozent. Diese Sichtweise auf Kleidung als „Garderobenkapital“ fördert eine Verschiebung weg von reinem Konsum hin zu einem stärker investitionsorientierten Ansatz.

Während der primäre Luxussektor eine Verlangsamung erlebt – für 2025 wird erstmals seit 2016 (abgesehen von 2020) ein Rückgang der Wertschöpfung erwartet – beweist der Wiederverkaufsmarkt seine Robustheit. Insbesondere jüngere Generationen suchen nach Wertigkeit und Langlebigkeit. Dies spiegelt sich in Kaufgewohnheiten wider, bei denen Nachhaltigkeit und Sparsamkeit eine immer wichtigere Rolle spielen. Eine gemeinsame Untersuchung von BCG und Vestiaire Collective aus dem Jahr 2025, basierend auf der Befragung von 7.800 Nutzern, ergab, dass fast 28 Prozent der Kleidungsstücke im eigenen Kleiderschrank bereits aus zweiter Hand stammen. Über die Hälfte dieser Secondhand-Käufe erfolgte dabei über multilineare Online-Plattformen. Folglich strukturiert der Wiederverkaufsmarkt die Konsumlandschaft im Luxusbereich fundamental um und bietet eine rationale Antwort auf wirtschaftliche Unsicherheiten und sich wandelnde Wertvorstellungen.

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Quellen

  • trend.sk

  • Business Insider Africa

  • Boston Consulting Group

  • Sustainability Today

  • ThredUp

  • Retail News EU

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