2025 MN45, ein Objekt mit einem Durchmesser von mehr als 700 Metern, das sich mit einer Periode von weniger als zwei Minuten dreht, was die schnellste Rotation unter Objekten dieser Größe ist, die jemals beobachtet wurde.
Rubin-Observatorium entdeckt Asteroid 2025 MN45 mit Rekord-Rotationsgeschwindigkeit
Bearbeitet von: Uliana S.
Bereits in der frühen Betriebsphase des Vera C. Rubin Observatoriums wurde ein astronomisches Ereignis von großer Bedeutung für das Verständnis der strukturellen Integrität kleiner Körper unseres Sonnensystems registriert: die Entdeckung des Asteroiden 2025 MN45. Dieser Himmelskörper rotiert schneller als jedes andere bekannte Objekt mit einem Durchmesser von über 500 Metern. Die Sensation, die mithilfe von Daten der Legacy Survey of Space and Time (LSST) Kamera der National Science Foundation (NSF) und des US-Energieministeriums (DOE) zustande kam, wurde detailliert im ersten begutachteten wissenschaftlichen Aufsatz dargelegt, der auf LSST-Daten basiert. Dieser erschien im Januar 2026 in den The Astrophysical Journal Letters.
Der Asteroid 2025 MN45, dessen geschätzter Durchmesser bei beachtlichen 710 Metern liegt, vollzieht eine komplette Umdrehung um seine eigene Achse in nur 1,88 Minuten, was 113 Sekunden entspricht. Die Grundlage für diese tiefgehende Analyse bildeten Daten, die während der „First Look“-Kampagne des Rubin Observatoriums gesammelt wurden. Diese umfassten Beobachtungen über rund zehn Stunden, verteilt auf sieben Nächte im April und Mai des Jahres 2025. Dies ist ein eindrucksvoller Beleg für die Leistungsfähigkeit der LSST-Kamera, die als größtes digitales Fotoinstrument der Welt gilt und in der Lage ist, alle 40 Sekunden neue Aufnahmen zu machen. Die Investition in diese Technologie hat sich somit mehr als ausgezahlt.
Im Rahmen dieser ersten Auswertung identifizierte das Forscherteam zusätzlich 19 schnell rotierende Asteroiden mit Durchmessern von mehr als 90 Metern. Die Mehrheit dieser Objekte ist im Hauptasteroidengürtel angesiedelt. Zu den weiteren bemerkenswerten Funden in dieser Stichprobe zählen 2025 MJ71 mit einer Rotationsperiode von 1,9 Minuten sowie 2025 MK41, der 3,8 Minuten für eine Umdrehung benötigt. Die Leitung dieser wegweisenden Untersuchung oblag Dr. Sarah Greenstreet, einer assoziierten Astronomin am National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory (NSF NOIRLab) und außerordentlichen Professorin an der University of Washington.
Dr. Greenstreet betonte, dass eine derart extreme Rotationsgeschwindigkeit für ein Objekt dieser Dimension eine außergewöhnliche innere Festigkeit voraussetzt. Ihre Berechnungen ergaben, dass das Material von 2025 MN45 eine Kohäsionsfestigkeit aufweisen muss, die mit der von massivem Gestein vergleichbar ist – etwa 9 Megapascal (MPa) –, um den Zentrifugalkräften standzuhalten. Dies stellt das gängige Modell infrage, das postuliert, dass die meisten Asteroiden eher fragile „Schutthaufen“ darstellen. Im Hauptasteroidengürtel müssten Objekte, die größer als 150 Meter sind, üblicherweise langsamer als 2,2 Stunden rotieren, um nicht durch die Zentrifugalkraft auseinandergerissen zu werden. Dieses Phänomen ist als Rotationsbarriere bekannt.
Die zentrale Fragestellung, die 2025 MN45 aufwirft, ist, wie ein so großes Objekt im Hauptgürtel derart schnell rotieren kann, ohne sich aufzulösen. Die Tatsache, dass der Asteroid diesen kritischen Schwellenwert signifikant überschreitet, deutet auf eine monolithische Struktur hin. Die Wissenschaftler spekulieren, dass diese hohe Geschwindigkeit das Ergebnis einer heftigen, kürzlich erfolgten Kollision sein könnte, oder dass es sich um ein differenziertes Fragment eines früheren Körpers des Sonnensystems handelt. Aaron Rudman vom SLAC National Accelerator Laboratory merkte an, dass diese Entdeckung ein Vorbote für die Hauptmission des Observatoriums ist.
Das Vera C. Rubin Observatorium, benannt nach der Astronomin Vera Rubin, steht kurz vor dem offiziellen Start seines zehnjährigen Surveys zur Erforschung der Entwicklung des Universums (LSST) in der ersten Hälfte des Jahres 2026. Das LSST wird den südlichen Nachthimmel über ein Jahrzehnt hinweg wiederholt scannen, wodurch eine extrem weitreichende, hochauflösende Zeitrafferaufnahme des Kosmos entsteht. Dies bestätigt nicht nur das Potenzial des Observatoriums, Objekte zu entdecken, von denen Astronomen bisher keine Ahnung hatten, sondern liefert auch sofort wertvolle Daten über die physikalischen Eigenschaften von Asteroiden, wie deren Zusammensetzung und Entwicklung. Solche Einblicke waren für derart große Objekte im Hauptgürtel bislang unerreichbar. Die Position von 2025 MN45 im Hauptasteroidengürtel wird als ungewöhnlich betrachtet, da die meisten bisher beobachteten schnell rotierenden Körper zu den erdnahen Objekten zählten.
Quellen
MysteryPlanet.com.ar
Trn.mk
Popular Science
Live Science
NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory
GeekWire
Space
Sarah Greenstreet CV
Live Science
Space
GeekWire
University of Washington
NSF.gov
Squarespace
Wikipedia
DiRAC Institute - University of Washington
SLAC National Accelerator Laboratory
IFLScience
