Alle spüren die Hitze in Melbourne.
Extreme Hitze legt Australian Open am 24. Januar lahm; Protokoll greift
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Rekordverdächtige Temperaturen in Melbourne am Samstag, dem 24. Januar, führten zur Aktivierung der sogenannten Extrem-Hitzepolitik der Australian Open, einem etablierten Sicherheitsprotokoll von Tennis Australia zum Schutz aller Beteiligten. Die prognostizierte Höchsttemperatur erreichte 40 Grad Celsius, woraufhin am Nachmittag der Spielbetrieb auf sämtlichen unüberdachten Außenplätzen ausgesetzt wurde. Diese Maßnahmen sind Teil eines mehrstufigen Systems, das seit seiner Einführung im Jahr 1998 kontinuierlich angepasst wird, um den Herausforderungen des australischen Sommers zu begegnen.
Melbourne brennt zu Beginn einer sengenden Hitzewelle, die Temperaturen sind so hoch, dass Tennis-Matches bei den Australian Open abgesagt wurden.
Die aktuelle Fassung der Richtlinie, die seit 2019 gilt, basiert auf einer ganzheitlichen Bewertung von vier Klimafaktoren: Lufttemperatur, Strahlungswärme, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Der Hitzestress-Skala (HSS) der AO erreichte an diesem kritischen Samstag den Höchstwert von Level 5, was die höchste Alarmstufe darstellt und eine obligatorische Spielunterbrechung nach sich zieht. Bei Erreichen von Stufe 5 wird der Beginn neuer Matches auf den Außenplätzen gestoppt, und laufende Partien werden beim nächsten natürlichen Unterbrechungspunkt ausgesetzt. Die Entscheidungsgewalt liegt beim Turnier-Schiedsrichter, der kontinuierlich die WBGT-Werte (Wet-Bulb Globe Temperature) und HSS-Daten auswertet.
Die Unterbrechung betraf auch ein wichtiges Match des amtierenden Champions Jannik Sinner, der bei den Australian Open 2024 den Einzeltitel gewann. Sinner bestätigte später, dass die zeitgerechte Schließung des Daches auf der Hauptarena ihm ein essenzielles Erholungsfenster verschafft habe. Die Hauptarenen, darunter die Rod Laver Arena, die seit 1988 über ein versenkbares Dach verfügt, boten durch das Schließen der Dächer eine kontrolliertere Umgebung für die Spieler, während der Spielbetrieb auf den unbedachten Courts ruhte.
Um die kühleren Morgenstunden optimal zu nutzen, hatten die Organisatoren die Anfangszeiten der Matches vorverlegt, eine Vorkehrung, die auch bei erwarteten Hitzetagen, wie am 18. Januar 2023 bei 36°C, getroffen wird. Die komplexere Hitzebewertung durch die WBGT, welche die Feuchtigkeit einbezieht, ist entscheidend, da hohe Luftfeuchtigkeit die Wärmeabgabe des Körpers erschwert. Die Anpassungen der Hitzepolitik, wie die Erhöhung der Temperaturschwelle von 35 auf 40°C im Jahr 2015, spiegeln die fortlaufende Reaktion der Organisatoren auf klimatische Entwicklungen wider. Die gesamte Veranstaltung, die 112. Auflage der Australian Open, fand vom 14. bis 28. Januar 2024 statt und markiert den Auftakt der vier Grand-Slam-Turniere der Saison.
Quellen
eNCAnews
Fox Sports Australia
The Guardian
Mint
The Guardian
Australian Open
