Wette um 1000 Dollar: Avi Loeb und Michael Shermer streiten über den Nachweis außerirdischen Lebens bis 2030

Bearbeitet von: Uliana S.

Der Astrophysiker Dr. Avi Loeb von der Harvard University hat eine Wette über 1.000 US-Dollar mit Dr. Michael Shermer abgeschlossen, einem Wissenschaftshistoriker und Herausgeber des Skeptic-Magazins. Diese Vereinbarung wurde über das Programm „Long Bets“ der „Long Now Foundation“ formalisiert. Der Kern des Streits dreht sich um die offizielle Bestätigung der Existenz außerirdischen Lebens oder außerirdischer Technologien bis zum Stichtag 31. Dezember 2030. Loeb, der auch Direktor der Galileo Project Foundation ist, zeigt sich zuversichtlich, dass eine Entdeckung kurz bevorsteht, während Shermer eine deutlich skeptischere Haltung einnimmt.

Die Bedingungen dieser Wette sind klar definiert: Damit Loeb als Sieger gilt, müssen mindestens zwei der drei maßgeblichen Organisationen – die NASA, die National Science Foundation (NSF) und die American Astronomical Society (AAS) – bis zur genannten Frist die Entdeckung eines außerirdischen Intellekts bestätigen. Dies kann in Form von UAPs (Unidentified Anomalous Phenomena), technologischen Artefakten oder biologischen Lebensformen geschehen. Unabhängig vom Ausgang verpflichtet sich die unterlegene Partei, die 1.000 US-Dollar an die Galileo Project Foundation zu spenden. Dies verschiebt den Fokus weg von persönlichem Gewinn hin zur Förderung wissenschaftlicher Forschung.

Loebs Optimismus speist sich maßgeblich aus der jüngsten Erscheinung des interstellaren Objekts 3I/ATLAS, das am 1. Juli 2025 entdeckt wurde. Dieses Objekt, das dritte seiner Art, das unser Sonnensystem durchquert, weist Merkmale auf, die Loeb auf eine mögliche künstliche Herkunft zurückführt, insbesondere eine nicht-gravitative Beschleunigung. Das Objekt passierte sein Perihel am 29. Oktober 2025 in einer Entfernung von 1,36 Astronomischen Einheiten (AE) zur Sonne und bewegte sich dabei mit etwa 68 km/s. Diese hyperbolische Flugbahn bestätigt seine Herkunft außerhalb unseres Sternsystems.

Beobachtungen des Hubble-Weltraumteleskops vom 20. August 2025 lieferten Schätzungen für den Kerndurchmesser von 440 Metern bis zu 5,6 Kilometern. Demgegenüber stand die Stellungnahme der NASA bei einer Pressekonferenz am 19. November 2025, an der auch der stellvertretende Administrator Amit Kshatriya teilnahm. Die NASA erklärte, 3I/ATLAS sei eine Komet, die sich „wie ein Komet verhält“, ungeachtet ihrer ungewöhnlichen Helligkeit. Loeb, der zuvor das Institut für Theorie und Berechnung am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics leitete, weist darauf hin, dass die systematische Suche nach technologischen Artefakten im Jahr 2025 ernsthaft Fahrt aufgenommen hat, unter anderem durch die Inbetriebnahme des Vera C. Rubin Observatoriums und die Erweiterung der Observatorien des Galileo-Projekts.

Loeb argumentiert, dass angesichts der Milliarden erdähnlicher Planeten in unserer Galaxie interstellare Reisen oder zumindest interstellare Objekte unvermeidlich seien. Die Eingehen der Wette über „Long Bets“, eine Plattform, die 2003 von Stewart Brand und Kevin Kelly ins Leben gerufen wurde, dient auch dazu, die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Galileo-Projekt zu lenken. Dessen Ziel ist es, anomale Objekte klar von gewöhnlichem Weltraumschrott zu unterscheiden. Sollte Loebs Einschätzung zutreffen, wäre dies eine bahnbrechende Entdeckung, die die Existenz außerirdischen Verstandes belegt. Gewinnt Shermer, würde dies lediglich die Notwendigkeit unterstreichen, die Suche mit fortschrittlicheren Instrumenten fortzusetzen – ein klassisches Beispiel dafür, dass in der Wissenschaft der Einsatz zählt, nicht der persönliche Gewinn.

Quellen

  • Мотика

  • IBTimes UK

  • Medium

  • Daily Star

  • Mashable ME

  • PRIMETIMER

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