Nordatlantischer Glattwal 'Division' nach Verstrickung vor Georgia gerettet

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Ein Jungtier des Nordatlantischen Glattwals mit dem Namen 'Division' konnte kürzlich vor der Küste von St. Marys, Georgia, von einer lebensbedrohlichen Verstrickung in Fischereileinen befreit werden. Der dreijährige männliche Wal war kritisch betroffen, da schwere Leinen tief in seine Flosse einschnitten und sich um Kopf und Maul wanden, wobei eine Leine das Blasloch tangierte. Bundes- und staatliche Wildtierforscher hegen vorsichtige Hoffnungen, dass sich die verbliebenen schweren Leinen während seiner weiteren Wanderung ablösen werden, obwohl NOAA Fisheries die Situation als eine 'sehr komplexe Verstrickung' klassifizierte, die potenziell tödlich ist.

Die erste Sichtung des verhedderten Tieres erfolgte am 3. Dezember 2025 durch ein Überwachungsteam der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC). Die Rettungsbemühungen, die von der Georgia Department of Natural Resources (DNR) koordiniert wurden, erstreckten sich über den 3. und 4. Dezember 2025. Interdisziplinäre Teams entfernten während dieser Operationen einen Teil der kommerziellen Fischereileine. Zur zukünftigen Überwachung wurde zudem eine Telemetrie-Boje an den verbliebenen Schnüren befestigt.

Division ist nun als das 168. Tier in der anhaltenden 'Unusual Mortality Event' (UME) der Nordatlantischen Glattwale verzeichnet, die seit 2017 dokumentiert wird. Die Verstrickung in Fischereigeräten bleibt die Hauptbedrohung für diese Spezies, deren Gesamtbestand laut jüngsten Schätzungen bei etwa 384 Individuen liegt. Statistiken belegen, dass über 85 Prozent aller Nordatlantischen Glattwale mindestens einmal in ihrem Leben in Fischereiausrüstung gefangen waren. Die von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) im Jahr 2017 ausgerufene UME beleuchtet die erhöhte Sterblichkeitsrate, die auf Schiffskollisionen und Verstrickungen zurückzuführen ist.

Die kritische Population, die auf der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht geführt wird, umfasst nur noch rund 70 fortpflanzungsfähige Weibchen, was die Dringlichkeit nachhaltiger Schutzmaßnahmen unterstreicht. Die anhaltende Bedrohung durch Fischereileinen wird durch die Struktur der Fischerei in den Lebensräumen der Wale verschärft, da Reusen durch Rückholleinen mit Bojen verbunden sind. Organisationen wie der International Fund for Animal Welfare (IFAW) arbeiten mit Fischern an Pilotprogrammen für leinenlose Fangsysteme, die das Risiko drastisch reduzieren sollen. Solche innovativen Technologien, wie das 'on-demand fishing gear', werden aktiv erprobt, um die Existenz der Art zu sichern.

Die Rettungsaktion für Division verdeutlicht die größere Herausforderung der Schutzgemeinschaft. NOAA-Wissenschaftler berechneten, dass die Population maximal einen Verlust von 0,9 Tieren pro Jahr durch menschliche Aktivitäten verkraften könnte, während zwischen 2017 und 2022 mindestens 15 Tiere pro Jahr durch Unfälle oder Verletzungsfolgen starben. Die Erholung der Population, die 2020 bei etwa 358 Exemplaren lag und auf 384 Tiere für 2024 geschätzt wird, zeigt eine leichte Stabilisierung, negiert jedoch nicht die kritische Lage. Die konzertierten Anstrengungen von Forschungseinrichtungen, Regierungsstellen und Naturschutzgruppen sind unabdingbar, da der Tod eines einzigen Tieres die Erholung empfindlich stören kann.

7 Ansichten

Quellen

  • Jacksonville Today

  • Jacksonville Today

  • Vertex AI Search

  • NOAA Fisheries

  • The Current GA

  • Oceana USA

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