Ernährung im hohen Alter: Chinesische Studie differenziert Rolle von Fleischkonsum für Langlebigkeit

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle Analysen der ältesten Bevölkerungsgruppen Chinas deuten darauf hin, dass sich die ernährungsphysiologischen Anforderungen im extrem hohen Alter signifikant wandeln, was direkte Auswirkungen auf das Erreichen des hundertsten Lebensjahres haben kann. Diese Forschungsergebnisse stellen einen Kontrapunkt zu allgemeinen Ernährungsempfehlungen dar, die oft eine strikt pflanzenbasierte Kost zur Prävention chronischer Erkrankungen favorisieren. Die Untersuchung von Personen, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, offenbarte, dass jene Probanden, die sich ausschließlich fleischfrei ernährten, eine geringere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, das hundertste Lebensjahr zu erreichen, verglichen mit Kohorten, die Fleisch konsumierten.

Dr. Xiang Gao von der Fudan-Universität merkte an, dass eine Ernährung, welche sowohl pflanzliche als auch tierische Komponenten beinhaltet, das Überleben bis zum 100. Lebensjahr besser unterstützen kann, insbesondere bei gebrechlichen Individuen. Die physiologischen Prozesse im fortgeschrittenen Alter erhöhen das Risiko für Mangelernährung und körperliche Gebrechlichkeit, wodurch der Fokus von der langfristigen Krankheitsprävention auf die unmittelbare Erhaltung der körperlichen Substanz verschoben wird. Tierische Lebensmittelquellen bieten eine hohe Bioverfügbarkeit von essenziellen Nährstoffen wie Protein, Kalzium, Vitamin D und insbesondere Vitamin B12, welche zentral für die Bekämpfung des altersbedingten Muskelabbaus sind.

Während der geschätzte Tagesbedarf an Vitamin B12 für ältere Erwachsene bei 4 Mikrogramm liegt, ist die Resorption dieses Vitamins im Alter oft durch verminderte Magensäureproduktion beeinträchtigt, was das Risiko eines Mangels erhöht, der mit neurologischen Defiziten verbunden ist. Die negative Korrelation zwischen einer nicht-fleischbasierten Diät und dem Erreichen des hundertsten Lebensjahres trat in der chinesischen Kohorte ausschließlich bei Teilnehmern auf, die als untergewichtig eingestuft wurden, definiert durch einen Body-Mass-Index unter 18,5. Bei normal- oder übergewichtigen Teilnehmern zeigte sich kein statistisch signifikanter Vorteil durch den Fleischkonsum.

Die daraus resultierende These für die Ernährungsmedizin im hohen Alter lautet, dass die Nährstoffzufuhr strikt an die jeweilige Lebensphase angepasst werden muss. Während jüngere Erwachsene von einer pflanzenbetonten Kost profitieren können, erfordert das sehr hohe Alter eine akribische Planung, um Nährstofflücken zu vermeiden. Es wird empfohlen, tierisches und pflanzliches Protein zu kombinieren, da diese Mischungen die Proteinverwertung verbessern können. Die Forscher analysierten Daten von 5.203 Teilnehmern der chinesischen Längsschnittstudie zur gesunden Langlebigkeit, von denen 1.495 das 100. Lebensjahr erreichten, was die statistische Grundlage für diese differenzierten Empfehlungen bildet. Studienautorin Kaiyue Wang von der Fudan University betont die Notwendigkeit einer ausgewogenen Ernährungsempfehlung für sehr alte Menschen angesichts ihrer besonderen ernährungsbedingten Herausforderungen.

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Quellen

  • unian

  • Science Alert

  • Good.is

  • ScienceDaily

  • Newzapiens

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