Kumano Kodo Pilgerpfade in Wakayama als UNESCO-Welterbe
Bearbeitet von: Irina Davgaleva
Die historischen Kumano Kodo Pilgerrouten in der Präfektur Wakayama bieten eine tiefgreifende Wandererfahrung, welche die intensive Naturverbundenheit Japans mit spiritueller Einkehr vereint. Auf diesen Pfaden folgen Wanderer den Spuren von Kaisern und Samurai durch nebelverhangene Berglandschaften der Kii-Halbinsel, ein Erbe, das über tausend Jahre zurückreicht. Dieses Netzwerk historischer Wege erstreckt sich über die Präfekturen Wakayama, Nara, Osaka und Mie.
Im Jahr 2004 wurde das gesamte Areal als „Heilige Stätten und Pilgerrouten in der Kii-Bergkette“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Weltweit teilen sich nur der Kumano Kodo und der spanische Jakobsweg diese besondere Auszeichnung als Pilgerwege mit Welterbe-Status. Die Routen schlängeln sich durch dichte, uralte Wälder und verbinden die drei zentralen Schreine des Kumano-Glaubens, bekannt als Kumano Sanzan: Kumano Hongu Taisha, Kumano Hayatama Taisha und Kumano Nachi Taisha, die geografisch zwischen 20 und 40 Kilometer voneinander entfernt liegen.
Der Kumano Hongu Taisha, das Zentrum des Pilgernetzwerks, wurde erstmals im 9. Jahrhundert dokumentiert. Aufgrund von Überschwemmungen musste dieser Schrein 1889 von seinem ursprünglichen Standort Oyu no Hara an die heutige Stelle verlegt werden. Ein weiteres markantes Merkmal der Region ist der Nachi-Wasserfall, der mit 133 Metern der höchste Japans ist und historisch als Ort für asketische Übungen diente.
Die Popularisierung des Kumano Kodo begann erst in den 1990er Jahren, was nach der UNESCO-Ernennung im Jahr 2004 zu einem Anstieg der Pilgerzahlen führte. Die ideale Zeit für die Begehung der Routen ist der Frühling und der Herbst, um der drückenden Sommerhitze und dem Winter Schnee zu entgehen. Die Nakahechi-Route, oft als Kaiserroute bezeichnet, war im 10. und 12. Jahrhundert die bevorzugte Strecke der kaiserlichen Familie und des Hofes.
Ein konstantes Element auf den Wegen ist das Rauschen fließenden Wassers, da die Routen oft Flüssen folgen und zu erholsamen natürlichen heißen Quellen, den Onsen, führen. Die Tradition, sich nach einem langen Wandertag in einem Onsen zu entspannen, ist zentral für das kulturelle Erlebnis. Insbesondere das Yunomine Onsen ist historisch bedeutsam, wobei sein Tsuboyu-Bad ebenfalls zum Welterbe zählt und Pilger dort Reinigungsrituale durchführten. Die Region plant, die Onsen-Kultur bis 2026 stärker in die UNESCO-Anerkennung zu integrieren.
Die körperliche Anstrengung der Wanderung wird durch die Möglichkeit belohnt, das spirituelle Zentrum Japans zu erleben und die Stille der Berglandschaft zu genießen. Der Abschluss einer Wanderung mündet häufig in einem Bad in mineralreichem Quellwasser, gefolgt von einem traditionellen japanischen Abendessen mit lokalen Produkten. Aufgrund der Popularität, insbesondere in der Hochsaison im April, Oktober und November, sind Unterkünfte wie Ryokan und Minshuku oft Monate im Voraus ausgebucht. Pilger können am Startpunkt in Tanabe oder Hongu einen Pilgerausweis zum Sammeln von Stempeln erwerben.
Quellen
Българска Телеграфна Агенция
Wikipedia
visit-wakayama.jp
Eliane Revestimentos
The Japan Times
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