
Sri Lanka führt Visum für digitale Nomaden ein: Ein neuer Hub für Fernarbeit im Indischen Ozean
Autor: Tatyana Hurynovich

Im Februar 2026 hat Sri Lanka offiziell sein Programm für digitale Nomaden (Digital Nomad Visa, DNV) gestartet. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, den Inselstaat fest in der globalen Landschaft der Fernarbeit zu verankern und gleichzeitig die heimische Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Die Initiative ist ein zentraler Bestandteil der umfassenden „Nationalen Strategie für die digitale Wirtschaft bis 2030“. Qualifizierte Fachkräfte, die ortsunabhängig arbeiten, erhalten durch dieses Programm die rechtliche Grundlage, für zunächst 12 Monate auf der Insel zu leben, wobei eine jährliche Verlängerung ausdrücklich vorgesehen ist.
Die feierliche Eröffnungszeremonie fand am 26. Februar im „Silk Route“-Passagierterminal des Bandaranaike International Airport (BIA) in Katunayake statt. Als erste offizielle Teilnehmer des Programms wurden die ukrainischen Staatsbürger Daria Gordienko und Yaroslav Kovalchuk begrüßt. Das DNV-Programm ist eng mit der am 5. April 2024 vom Technologieministerium veröffentlichten und am 25. März 2024 vom Kabinett genehmigten Digitalstrategie verknüpft. Bis zum Jahr 2030 strebt Sri Lanka danach, durch den gezielten Ausbau der Infrastruktur, digitaler Kompetenzen und Cybersicherheit zu einem regionalen Zentrum für Innovation und Unternehmertum zu avancieren.
Um für das Visum infrage zu kommen, müssen Antragsteller mindestens 18 Jahre alt sein. Eine wesentliche Voraussetzung ist der Nachweis eines monatlichen Mindesteinkommens von 2.000 US-Dollar, das aus Quellen außerhalb Sri Lankas stammen muss. Die jährliche Gebühr für das Visum beläuft sich auf 500 US-Dollar für den Hauptantragsteller. Zudem sind die Inhaber verpflichtet, monatlich mindestens 2.000 US-Dollar aus dem Ausland auf die Insel zu transferieren. Falls Familienangehörige oder abhängige Personen mitreisen, erhöht sich der geforderte monatliche Nachweis um jeweils 500 US-Dollar pro Person.
Inhaber des Digital-Nomaden-Visums genießen weitreichende Rechte, wie die Anmietung von Wohnraum, die Eröffnung lokaler Bankkonten und den Zugang zu Versorgungsleistungen. Es ist jedoch strikt untersagt, einer lokalen Erwerbstätigkeit nachzugehen, ohne zuvor ein entsprechendes Arbeitsvisum einzuholen. Für eine Verlängerung im zweiten Jahr ist eine Registrierung beim Department of Inland Revenue zwingend erforderlich, um die steuerliche Rechenschaftspflicht zu gewährleisten. Zu den einzureichenden Unterlagen gehören:
- Ein Empfehlungsschreiben des Ministeriums für digitale Wirtschaft
- Ein gültiger Reisepass und ein aktuelles medizinisches Gutachten
- Eine internationale Krankenversicherung sowie detaillierte Einkommensnachweise
Die Überwachung der Visabedingungen sowie der steuerlichen Meldepflichten obliegt dem Department of Immigration and Emigration, dem Tourismusministerium und dem Department of Inland Revenue. Trotz der wirtschaftlichen Öffnung mahnt die internationale Sicherheitslage zur Aufmerksamkeit. Stand Februar 2026 hält das US-Außenministerium für Sri Lanka die Warnstufe 2 („Erhöhte Vorsicht“) aufrecht. Als Gründe werden potenzielle zivile Unruhen, Terrorgefahr sowie verbliebene Landminen in bestimmten nördlichen und östlichen Regionen angeführt. Interessierte Fernarbeiter sollten diese Sicherheitshinweise bei der Planung ihres Aufenthalts und ihrer Arbeitsumgebung auf der Insel sorgfältig berücksichtigen.
17 Ansichten
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.



