EU verschärft Sanktionen gegen Russlands „Schattenflotte“ und hybride Bedrohungen
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am Montag, dem 15. Dezember 2025, haben die Außenminister der Europäischen Union in Brüssel ein neues, vielschichtiges Sanktionspaket verabschiedet. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Einnahmequellen der Russischen Föderation, die zur Finanzierung der Aggression gegen die Ukraine genutzt werden, weiter zu kappen. Im Fokus der Verschärfungen stehen gezielte Aktionen gegen die logistische Kette der sogenannten „Schattenflotte“ sowie die Abwehr destabilisierender hybrider Operationen.
Hinsichtlich der „Schattenflotte“, die Schätzungen zufolge über 400 Schiffe umfasst, hat die EU Sanktionen gegen fünf Geschäftsleute und vier juristische Personen verhängt, die deren Betrieb sicherstellen. Diese Akteure, direkt oder indirekt mit den staatlichen Ölkonzernen Rosneft und Lukoil verbunden, steuern Tanker, die russisches Rohöl unter Einsatz unlauterer Methoden transportieren. Dazu gehört das Abschalten von AIS-Transpondern oder die Umladung auf hoher See, um die Herkunft der Ladung zu verschleiern. In die Sanktionsliste wurden in diesem Zusammenhang Murtaza Lakhani, Gründer des Ölhandelsunternehmens M&M, sowie Schlüsselfiguren der aserbaidschanischen 2Rivers Group (ehemals Coral Energy) aufgenommen: Etibar Eyub, Talat Safarov und Anar Madatli. Ebenfalls betroffen sind Schifffahrtsgesellschaften aus den VAE, Vietnam und Russland, die bereits sanktionierte Tanker verwalten, darunter Nova Shipmanagement LLC-FZ und Citrine Marine SPC.
Als direkte Konsequenz dieser Schritte wurden rund 40 zusätzliche Tanker in die EU-Sanktionsliste aufgenommen. Dies bedeutet für diese Schiffe das Verbot, europäische Häfen anzulaufen und Versicherungsleistungen von EU-Firmen zu erhalten. Mit dieser Erweiterung steigt die Gesamtzahl der Schiffe, gegen die Hafen- und Versicherungsverbote gelten, auf ungefähr 600 Einheiten. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, bekräftigte, dass die Liste der Tanker monatlich überprüft werde, was das Engagement der EU für eine anpassungsfähige Druckstrategie unterstreicht.
Parallel dazu verhängte der Rat der EU im Rahmen des Regimes zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen Restriktionen gegen zwölf Einzelpersonen und zwei Organisationen. Dies stellt eine Ausweitung der bereits im Oktober 2024 eingeführten Maßnahmen dar. Diese Sanktionen zielen auf die Manipulation ausländischer Informationen und böswillige Cyberangriffe ab. Konkret gerieten das 29155. Regiment des GRU sowie die Hackergruppe Cadet Blizzard ins Visier, die laut Europarat hinter Cyberattacken auf Einrichtungen in Tschechien und der Ukraine stecken sollen. Auf der Sanktionsliste im hybriden Bereich finden sich ehemalige Militärangehörige, Politikwissenschaftler, Mitarbeiter von Think Tanks und Meinungsführer, die pro-russische Narrative verbreiten, darunter die Journalistin Diana Panchenko und Vertreter des „Valdai-Diskussionsklubs“. In einer historischen Premiere verhängte die EU erstmals Sanktionen gegen einen US-Bürger wegen der Unterstützung Russlands in sozialen Netzwerken. Zu den sanktionierten Organisationen gehört auch das 142. Separate Bataillon für Elektronische Kampfführung der russischen Streitkräfte aus Kaliningrad, das für Störungen von Kommunikationssystemen verantwortlich gemacht wird.
Während der Sitzung wurde zudem eine Einigung über das unbefristete Einfrieren eines Teils der Vermögenswerte der Zentralbank der Russischen Föderation erzielt, die sich in Europa befinden. Die Erträge aus diesen Mitteln sollen künftig zur Bildung eines substanziellen Kreditpakets für die Ukraine verwendet werden. Seit Beginn der umfassenden Invasion hat die Gesamtzahl der sanktionierten Personen und Organisationen im Rahmen des Hauptsanktionsregimes der EU die Marke von 2600 überschritten. Diese koordinierten Schritte, welche finanzielle Hebelwirkung mit Maßnahmen gegen spezifische logistische Mittelsmänner verbinden, verdeutlichen den umfassenden Ansatz Brüssels zur Eindämmung russischer Wirtschafts- und Destabilisierungsaktivitäten.
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Quellen
stuttgarter-nachrichten.de
Wetterauer-Zeitung.de
DIE WELT
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ZEIT ONLINE
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