Wiederaufbau der Ukraine: Kosten steigen bis Ende 2025 auf 588 Milliarden US-Dollar

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Die jüngste gemeinsame Bewertung der Schäden und des Bedarfs in der Ukraine (RDNA5), die am 23. Februar 2026 veröffentlicht wurde, dokumentiert, dass die Gesamtkosten für den Wiederaufbau und die Rekonstruktion des Landes bis Ende 2025 auf fast 588 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Dieser Wert, der den Zeitraum von Februar 2022 bis Dezember 2025 umfasst, stellt eine Erhöhung um 12 % gegenüber der vorangegangenen Schätzung aus dem Vorjahr dar. Die prognostizierte Summe ist gewaltig: Sie übersteigt das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Ukraine, das der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2025 auf 209,71 Milliarden Dollar schätzte, um fast das Dreifache.

Der RDNA5-Bericht wurde gemeinschaftlich von der ukrainischen Regierung, der Weltbank, der Europäischen Kommission und den Vereinten Nationen erstellt. Er spiegelt die Auswirkungen von vier Jahren umfassender Aggression wider, einschließlich der intensivierten Angriffe der Russischen Föderation auf kritische Infrastrukturobjekte während des Winters 2025–2026. Die direkten materiellen Schäden an der Infrastruktur und dem Wohnungsbestand erreichten bis Ende 2025 eine Summe von über 195 Milliarden Dollar, was deutlich über dem im RDNA4-Bericht vom Februar 2025 verzeichneten Wert von 176 Milliarden Dollar liegt. Besonders der Energiesektor verzeichnete einen massiven Anstieg der Schäden – etwa 21 % der Anlagen für Erzeugung, Übertragung und Wärmeversorgung wurden beschädigt oder zerstört.

Die Situation im Wohnungssektor ist kritisch: Bis Ende 2025 waren 14 % des Wohnungsbestands beschädigt oder zerstört, wovon mehr als drei Millionen Haushalte betroffen sind. Verluste und Bedarfe konzentrieren sich vor allem auf die frontnahen Regionen und die großen städtischen Ballungsräume. Den Analysen von RDNA5 zufolge sind die größten langfristigen Investitionen im Transportsystem erforderlich, wo der Bedarf aufgrund der Angriffe auf Häfen und Schienenwege auf über 96 Milliarden Dollar geschätzt wird – ein Anstieg von 24 % gegenüber der vorherigen Bewertung. Der Energiesektor benötigt knapp 91 Milliarden Dollar, während die Wiederherstellung des Wohnraums mit fast 90 Milliarden Dollar veranschlagt wird. Für die Räumung von Trümmern und den Umgang mit explosiven Überresten sind zudem rund 28 Milliarden Dollar vorgesehen.

Laut Danylo Hetmantsev werden die umfangreichsten Investitionen in den Regionen Donezk und Charkiw benötigt. Auch für die Hauptstadt Kiew wird ein Finanzierungsbedarf von über 15 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau angegeben, was die bisherigen Schätzungen um 49 % übertrifft. Internationale Partner unterstützen den Prozess bereits aktiv und stellen für dringende Wiederaufbauprogramme im Jahr 2026 mehr als 15 Milliarden Dollar bereit. Seit dem Einmarsch im Februar 2022 konnten durch Sofortreparaturen und frühe Wiederbaumaßnahmen bereits Bedarfe in Höhe von mindestens 20 Milliarden Dollar in Sektoren wie Wohnungsbau, Energie und Verkehr gedeckt werden.

Die ukrainische Premierministerin Julia Swyrydenko unterstrich die Widerstandsfähigkeit der Nation und betonte, dass die Unterstützung der Partner unerlässlich sei, um die staatlichen Funktionen aufrechtzuerhalten und die Infrastruktur instand zu setzen. Gemeinsam mit der Weltbank hat die Regierung das Modell der „Wirtschaft der Zukunft“ entwickelt, das auf eine langfristige Entwicklung, Reformen und die Koordination aller Beteiligten abzielt. Der Bericht geht zudem davon aus, dass etwa 40 % des gesamten Finanzierungsbedarfs durch den Privatsektor gedeckt werden könnten, sofern weitere Reformen zur Verbesserung des Geschäftsklimas umgesetzt werden.

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Quellen

  • Abc News

  • World Bank

  • Modern Diplomacy

  • Kyiv Post

  • Anadolu Agency

  • ReliefWeb

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