Montenegros Premierminister bekräftigt Ziel des EU-Beitritts bis 2028

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Der montenegrinische Premierminister Milojko Spajić hat das unerschütterliche Bestreben seines Landes bekräftigt, Vollmitglied der Europäischen Union zu werden. Als ehrgeiziges Ziel wurde die Aufnahme als 28. Mitgliedstaat bis zum Jahr 2028 ausgegeben. In einem kürzlich geführten Interview mit Euronews äußerte Spajić die Überzeugung, dass Montenegro de facto bereits als EU-Mitglied funktioniert, obwohl die damit verbundenen Vorteile noch nicht realisiert werden. Diese ambitionierte Zeitvorgabe für 2028 deckt sich mit den Prognosen von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die diese Einschätzung nach ihrem Besuch in Tivat äußerte und dabei den beschleunigten Reformfortschritt hervorhob. Der Premierminister betonte unmissverständlich, dass es keine Alternativen zum EU-Beitritt gebe; dies sei die einzig strategische Ausrichtung der Nation.

Dieser politische Antrieb wird durch konkrete Schritte im Bereich der Finanzintegration untermauert, was ein entscheidender Faktor für die Erfüllung der Kopenhagener Kriterien ist. Ein bedeutender Meilenstein wird die formelle operative Integration in die Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) am 6. Oktober 2025 sein. Dieser Schritt markiert den vollständigen Übergang zu SEPA-konformen Zahlungsschemata. Die Koordination dieser Integration obliegt der Zentralbank von Montenegro (CBCG). Sie stellt sicher, dass sämtliche bargeldlosen Transaktionen in Euro zwischen Montenegro und den EU-Staaten denselben einheitlichen Regeln folgen, was schnellere und kosteneffizientere Überweisungen ermöglicht. Schätzungen zufolge könnte die Modernisierung der Finanzarchitektur durch die SEPA-Anbindung Montenegro einen kumulativen jährlichen Wirtschaftseffekt von bis zu einhundertsechzig Millionen Euro einbringen, was umgerechnet 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Für die über 620.000 Bürger Montenegros wird voraussichtlich ab 2026 eine spürbare Erleichterung eintreten: die Einführung des kostenlosen mobilen Roamings zwischen Montenegro und der EU. Spajićs Äußerungen fielen im Kontext des EU-Erweiterungsforums in Brüssel im November 2025, wo er die feste Zusage bekräftigte, alle notwendigen Kriterien zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf die Rechtsstaatlichkeit. Die Europäische Kommission bestätigte im Rahmen ihres Erweiterungspakets vom November 2025, dass Montenegro „auf Kurs“ sei, um das Ziel von 2028 zu erreichen. Montenegro gilt derzeit als das am weitesten fortgeschrittene Land unter den EU-Beitrittskandidaten, was die erzielten Fortschritte bei Reformen, einschließlich verfassungsrechtlicher und justizieller Anpassungen, betrifft.

Ein weiterer Erfolg ist die Schließung von sechs Verhandlungskapiteln. Dies stellt die höchste Anzahl unter allen Kandidatenländern dar. Die Schließung eines Kapitels signalisiert, dass das Land die Anforderungen zu diesem spezifischen Thema erfolgreich umgesetzt und die Zustimmung der EU erhalten hat, was den Status der vollständigen Integration näherbringt.

Der Premierminister äußerte die Hoffnung, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2026 abschließen zu können, um alle Kapitel bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreich zu beenden. Allerdings mahnen Analysten und Vertreter des Europäischen Parlaments, darunter Marjan Šarec, dass zur Realisierung dieses Ziels das derzeitige Reformtempo unbedingt beibehalten werden müsse. Dabei sei besonderes Augenmerk auf kritische Bereiche wie die Pressefreiheit, das Wahlrecht sowie die Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität zu legen. Obwohl Montenegro bereits 2002 einseitig und ohne Zustimmung anderer Parteien den Euro als De-facto-Währung eingeführt hatte, beseitigt die vollständige Integration in die europäische Zahlungsinfrastruktur über SEPA die fragmentierten und kostspieligen Kanäle, die über zwei Jahrzehnte existierten.

Die demonstrierte politische Entschlossenheit sowohl von Seiten der Regierungskoalition als auch der Opposition hinsichtlich des europäischen Kurses, gepaart mit den konkreten wirtschaftlichen Vorteilen, bildet die solide Grundlage, um das angestrebte Ziel, bis 2028 der 28. EU-Mitgliedstaat zu werden, zu erreichen – vorausgesetzt, alle verbleibenden Auflagen werden konsequent erfüllt.

Quellen

  • euronews

  • euronews

  • ABNAse

  • Vlada Crne Gore

  • The Journal

  • European Western Balkans

  • The New Union Post

  • Yahoo News Singapore

  • Monte.business

  • Montenegro Business

  • European Western Balkans

  • European Commission

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