Ukraine sichert sich im Februar 2026 milliardenschwere Finanzhilfen von IWF und EU
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Zu Beginn des Jahres 2026 hat die ukrainische Regierung einen signifikanten Zufluss an internationaler Finanzhilfe sichergestellt, die maßgeblich vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Union (EU) bereitgestellt wird. Dieses koordinierte Maßnahmenpaket zielt darauf ab, die makroökonomische Stabilität des Landes zu festigen und die Kontinuität der staatlichen Kernausgaben zu gewährleisten. Dies geschieht vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts sowie der systematischen Angriffe auf die nationale Energieinfrastruktur, welche die wirtschaftliche Belastbarkeit der Ukraine fortwährend herausfordern.
Die ukrainische Premierministerin Julia Swiridenko bestätigte offiziell, dass diese garantierten Finanzmittel für das stabile Funktionieren des Staatsapparates von entscheidender Bedeutung sind, insbesondere angesichts der Aussetzung der Unterstützung durch die Vereinigten Staaten. In diesem Kontext genehmigte der Internationale Währungsfonds ein neues, auf vier Jahre ausgelegtes Programm im Rahmen der erweiterten Fondsfazilität (EFF) mit einem Gesamtvolumen von 8,1 Milliarden US-Dollar. Dieses Abkommen ersetzt das vorherige Programm und wurde am 26. Februar 2026 vom IWF-Exekutivdirektorium förmlich verabschiedet. Unmittelbar darauf erfolgte die Auszahlung einer ersten Tranche in Höhe von rund 1,5 Milliarden US-Dollar, die primär zur Deckung des Haushaltsdefizits und zur Aufrechterhaltung der fiskalischen Integrität bestimmt ist.
Kristalina Georgiewa, die geschäftsführende Direktorin des IWF, hob hervor, dass die mit diesem Programm verbundenen Risiken als „außergewöhnlich hoch“ einzustufen seien. Der langfristige Erfolg der Initiative hänge untrennbar mit der Entschlossenheit Kiews zusammen, tiefgreifende strukturelle Reformen umzusetzen. Bemerkenswerterweise sah der IWF von bestimmten Vorabbedingungen (prior actions) ab, da die Sorge vor einem drohenden Haushaltszusammenbruch in der Ukraine überwog. Die finanzielle Unterstützung durch den IWF fungiert dabei als strategischer Anker für die gesamte internationale Hilfe, einschließlich der EU-Darlehen, was die Geschlossenheit der globalen Gemeinschaft unterstreicht.
Die Europäische Union hat ihre langfristige finanzielle Zusage ebenfalls formalisiert und einen Kreditrahmen von insgesamt 90 Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2027 bewilligt. Diese Summe ist zweigeteilt: 60 Milliarden Euro sind für militärische Erfordernisse reserviert, was den Erwerb von Ausrüstung bei Mitgliedstaaten der EU und der EFTA einschließt, während die verbleibenden 30 Milliarden Euro der allgemeinen Budgethilfe dienen und an den Fortschritt spezifischer Reformvorhaben gebunden sind. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, bekräftigten, dass diese Mittel die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine stärken und die Aufrechterhaltung wesentlicher öffentlicher Dienste garantieren sollen.
Im Zuge der Verpflichtungen aus dem IWF-Programm hat die ukrainische Regierung die Umsetzung verschiedener struktureller Benchmarks zugesagt. Bis zum Ende des Monats März 2026 ist Kiew gefordert, ein umfassendes Steuerpaket zu implementieren. Dieses beinhaltet die Einführung von Steuern für digitale Plattformen, die Streichung von Zollbefreiungen für Importpakete unter einem Wert von 150 Euro sowie die dauerhafte Festlegung der Militärabgabe auf einem Niveau von 5 %. Zusätzlich wird bis Ende März die Ernennung eines permanenten Leiters für den staatlichen Zolldienst erwartet. Diese Reformen sind darauf ausgelegt, die mittelfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit der Ukraine zu sichern und den Integrationsprozess in die EU voranzutreiben.
Trotz dieser massiven finanziellen Unterstützung beläuft sich das Gesamtvolumen der der Ukraine zugesagten internationalen Hilfen auf 136,5 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag ist Teil eines umfassenden Finanzrahmens, der darauf abzielt, das prognostizierte Haushaltsdefizit von ebenfalls 136,5 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von vier Jahren vollständig abzudecken. Parallel dazu haben die internationalen Partner das Moratorium für den offiziellen Schuldendienst verlängert. Sie erklärten zudem ihre Bereitschaft, eine abschließende Umschuldung einzuleiten, sobald sich die Lage stabilisiert hat, was ein Kernelement der aktuellen Finanzstrategie zur Entlastung des ukrainischen Haushalts darstellt.
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Quellen
Le Figaro.fr
Sud Ouest
Boursorama
Zonebourse
Business AM
Anadolu Ajansı
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