Google-Ingenieurin: Claude Code repliziert ein Jahr Teamarbeit in nur einer Stunde

Bearbeitet von: Veronika Radoslavskaya

Am 2. Januar 2026 teilte Jaana Dogan, eine leitende Ingenieurin bei Google, auf der Plattform X eine bemerkenswerte Erfahrung mit Anthropic's Claude Code. Dogan berichtete, dass dieses KI-System ein verteiltes System zur Orchestrierung von Agenten in etwa einer Stunde entwarf – eine Aufgabe, mit der sich ihr Team zuvor ein ganzes Jahr lang intensiv beschäftigt hatte.

Die Ausgangslage war bemerkenswert: Dogan fütterte das KI-Werkzeug mit einem dreiteiligen Prompt, der ein sehr spezifisches technisches Problem detailliert beschrieb. Sie hob hervor, dass ihr Team ein Jahr lang über die Architektur diskutiert und versucht hatte, einen Konsens zu finden. Im Gegensatz dazu lieferte die KI in einer einzigen Sitzung einen umfassenden Entwurf inklusive Implementierung. Dies zeigt, wie rasant sich die Entwicklungsgeschwindigkeit durch solche Tools verändert.

Wesentliche Details der KI-Leistung

  • Der konkrete Fall: Dogan beschrieb, dass die KI nach Erhalt der dreiteiligen Anweisung sofort einen funktionierenden Entwurf lieferte. Die Architektur und der resultierende Code seien äußerst beeindruckend gewesen, obwohl sie der KI keinerlei interne Daten von Google zur Verfügung gestellt hatte.
  • Notwendige Nacharbeit: Die Ingenieurin stellte klar, dass das Ergebnis nicht fehlerfrei war und definitiv weiterer Verfeinerung bedurfte. Dennoch löste der Output das architektonische Kernproblem, das ihr Team zuvor blockiert hatte, auf effektive Weise.
  • Unternehmensrichtlinien: Bei Google ist es Ingenieuren gestattet, Claude Code für Beiträge zu Open-Source-Projekten zu nutzen. Allerdings verbietet die interne Unternehmensrichtlinie strikt die Anwendung dieses Tools auf proprietäre interne Systeme.
  • Blick auf Googles eigene Modelle: Auf Nachfrage bezüglich der Fortschritte bei Googles eigenen Entwicklungen, wie Gemini, antwortete Dogan kurz und knapp: „Wir arbeiten gerade intensiv daran. An den Modellen und dem Rahmenwerk.“ Sie betonte zudem, dass die KI-Branche kein Nullsummenspiel sei und die schnelle Innovation im gesamten Sektor als wichtiger Ansporn für ihr eigenes Team diene.

Dogan verdeutlichte, dass die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung ihre eigenen Erwartungen aus dem Jahr 2023 bei Weitem übertroffen hat. Sie skizzierte die rasante technologische Entwicklung in den letzten Jahren:

  • 2022: Autovervollständigung auf Zeilenebene.
  • 2023: Generierung ganzer Funktionen.
  • 2024: Bearbeitung mehrerer Dateien und Erstellung eigenständiger kleiner Anwendungen.
  • 2025 (Prognose): Autonome Erstellung und vollständige Restrukturierung komplexer Codebasen.

Sie räumte ein, dass sie im Jahr 2023 die Fähigkeiten autonomer KI-Agenten, wie sie jetzt beobachtet werden, noch auf mindestens fünf Jahre in die Zukunft datiert hätte. Diese Beschleunigung zwingt die Entwickler, ihre Planungshorizonte anzupassen, da der technologische Fortschritt Schlag auf Schlag erfolgt.

Die Fähigkeit von Claude Code, ein Jahr Arbeit in einer Stunde zu komprimieren, ist ein deutliches Signal für die gesamte Softwareentwicklung. Es zeigt, dass die Werkzeuge nicht nur assistieren, sondern komplexe, architektonische Herausforderungen selbstständig lösen können, was die Rolle des Ingenieurs von der reinen Codierung hin zur Überprüfung und strategischen Steuerung verschiebt. Diese Entwicklung ist in der Branche nicht zu übersehen.

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Quellen

  • THE DECODER

  • THE DECODER

  • OfficeChai

  • HEISE Online

  • Reddit

  • Medium

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