Pasqal und True Nexus kooperieren zur Quantenmodellierung der Proteinfunktionalität
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Pasqal, ein international tätiger Anbieter von Quantencomputern auf Basis neutraler Atome, hat eine strategische Kooperation mit True Nexus, einem Unternehmen für computergestützte Intelligenz, vereinbart. Ziel der Allianz ist die Ermöglichung einer präzisen Programmierbarkeit der Proteinfunktionalität für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie. Die Partnerschaft adressiert die Herausforderung der genauen Simulation und Vorhersage von Proteineigenschaften innerhalb komplexer Nahrungsmittelsysteme, eine zentrale Hürde für die alternative Proteinbranche.
Die von Paris und Riad aus gesteuerte Zusammenarbeit konzentriert sich auf die exakte Modellierung von Merkmalen wie Textur, Gelierung und dem allgemeinen Verhalten von Proteinen. Im Zentrum der Initiative steht die Entwicklung des ersten vollständig vektorisierten, dynamischen 3D-Modells der Proteingelierung. Dieser Prozess ist fundamental für die Textur von Lebensmitteln und relevant für die Lebensmittel-, Pharma- und Materialwissenschaft. Das neue Modell wird eine Vielzahl von Daten integrieren, darunter Parameter der Proteinextraktion, molekulare Struktur, Verarbeitungsbedingungen und Endanforderungskriterien.
Durch den Einsatz von Pasqals Quantenprozessoren mit neutralen Atomen sollen Interaktionen und Variablen mit einer Präzision erfasst werden, die mit klassischen Rechenmethoden allein nicht erreichbar ist. Dominik Grabinski, CEO von True Nexus, betonte, dass die Branche durch das Fehlen eines echten rechnerischen Verständnisses des Proteinverhaltens seit Jahrzehnten eingeschränkt war. Die Partnerschaft mit Pasqal ermöglicht eine Modellierung der Proteinfunktionalität mit einer Detailtreue, die einen Paradigmenwechsel vom Versuch-und-Irrtum hin zu einem echten Designansatz für den gesamten Sektor bedeuten kann.
Diese technologische Weiterentwicklung ist entscheidend, da die Inkonsistenz bei der Nachbildung der Funktionalität tierischer Proteine ein wesentliches Hindernis für die breitere Akzeptanz pflanzlicher Alternativen darstellt. Die Forschung zeigt, dass Faktoren wie pH-Wert, Ionenstärke und Temperatur die Gelhärte und Wasserhaltekapazität von Proteinen stark beeinflussen. Das langfristige Ziel der Kooperation ist die Etablierung eines Referenzmodells für die Proteinfunktionalität, das Lebensmittel- und Ingredientienherstellern als Leitfaden für die Entwicklung von Saatgut, die Optimierung von Anbaukulturen und die Präzisionsfermentation dienen soll.
Pasqal, 2019 als Spin-off der Institut d'Optique Graduate School gegründet, hat bereits Quantensysteme an Kunden wie Aramco in Dhahran, Saudi-Arabien, mit einem 200-Qubit-System, ausgeliefert. Das Unternehmen plant den Börsengang durch eine Fusion mit Bleichroeder Acquisition Corp. II (Nasdaq: BBCQ), wobei Bruttoerlöse von über 600 Millionen US-Dollar erwartet werden. Wasiq Bokhari, CEO von Pasqal, hob hervor, dass Quantencomputer die Fähigkeit besitzen, Komplexitäten zu bewältigen, die Innovationen lange behindert haben, und somit einen skalierbareren, designorientierten Ansatz für die nachhaltige Proteinentwicklung ermöglichen. Die Synergie zwischen True Nexus' Spezialisierung auf Proteinfunktionalitätsdesign und Pasqals industrieller Quanteninformatik verspricht eine fundamentale Beschleunigung der Entwicklung nachhaltiger Proteinquellen durch präzises, rechnergestütztes Design.
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Benzinga
Business Wire
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StreetInsider
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