Italiens Nudelkonsum im Wandel: Trend zu Spezial- und pflanzlicher Pasta

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die italienische Ernährungskultur, tief verwurzelt in der Tradition, durchläuft eine subtile, aber signifikante Transformation im Bereich der Pasta. Obwohl Hartweizengrießpasta weiterhin ein Eckpfeiler des italienischen Haushalts bleibt, was sich darin zeigt, dass jährlich 96,8% der Haushalte diese Sorte erwerben, signalisieren andere Marktdaten eine Verschiebung der Konsumentenpräferenzen. Diese Entwicklung wird durch ein gestiegenes Bewusstsein für Ernährung und eine Suche nach Nischenprodukten angetrieben, was die Hersteller zu Innovationen zwingt.

Die kulturelle Bedeutung der Pasta in Italien ist unbestritten; der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2021 bei 23,5 kg, was weltweit den Spitzenplatz markiert, obwohl neuere Daten einen Pro-Kopf-Konsum von 26 kg pro Jahr angeben. Ein bemerkenswerter Trend ist die zunehmende Akzeptanz von spezialisierten Pastaformen, die nun eine Marktdurchdringung von 76% erreicht haben, was auf eine Abkehr von der reinen Standardware hindeutet. Parallel dazu verzeichnet die pflanzliche Pasta, hergestellt aus Hülsenfrüchten und verschiedenen Getreidesorten wie Linsen oder Kichererbsen, einen beachtlichen Anstieg der Verbraucherakzeptanz um 23%. Diese Entwicklung spiegelt einen breiteren globalen Trend wider, bei dem alternative Rohstoffe wie Reis oder eben Hülsenfrüchte als „Mehl“-Grundzutat für Nudelprodukte genutzt werden, um neue funktionelle und ernährungsphysiologische Profile zu schaffen.

Obwohl die Kaufhäufigkeit leicht zugenommen hat, ist der durchschnittliche jährliche Geldbetrag, den Familien für Pasta ausgeben, gesunken, was auf verstärkte Kosteneindämmungsmaßnahmen im Verbraucherhaushalt hindeutet. Gleichzeitig wächst das Interesse an Optionen, die spezifische diätetische Anforderungen erfüllen, wie glutenfreie und Vollkornvarianten, was ein gezielteres Einkaufsverhalten über verschiedene Alterskohorten hinweg belegt. Die italienische Hartweizengrießpasta, oft als Durum bezeichnet, ist aufgrund ihres Proteingehalts und ihrer Eignung für Trocknungsprozesse historisch dominant, doch die steigende Nachfrage nach gesünderen Alternativen beeinflusst auch den italienischen Markt.

Die globale Perspektive zeigt, dass Italien nicht nur führend im Verbrauch ist, sondern auch der wichtigste Exporteur bleibt, wobei Länder wie Deutschland 86% ihrer Pastaimporte aus Italien beziehen. Dennoch versuchen italienische Hersteller, wie der Branchenriese Barilla, ihre Abhängigkeit vom Heimatmarkt zu verringern, indem sie ambitionierte Wachstumspläne in den BRIC-Ländern verfolgen, um den dortigen Marktanteil von 5% bis 2020 auf 25% zu steigern. Dieser Fokus auf den Export unterstreicht die Notwendigkeit für italienische Produzenten, auf die globalen und nationalen Ernährungstrends zu reagieren, indem sie das Produktsortiment diversifizieren und somit die kulturelle Identität der Pasta mit modernen Gesundheitsansprüchen in Einklang bringen.

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Quellen

  • La Voce d'Italia

  • Askanews

  • Food Affairs

  • Mark Up

  • CIBUS LINK

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