Emerald Fennells „Sturmhöhe“-Adaption: Zwischen künstlerischer Vision und kommerziellen Erwartungen

Bearbeitet von: An goldy

Am 13. Februar 2026 feierte die neueste filmische Umsetzung von Emily Brontës Romanklassiker „Sturmhöhe“ (Wuthering Heights) ihre Premiere in den Kinos der Vereinigten Staaten. Unter der Regie von Emerald Fennell, die bereits mit „Promising Young Woman“ (2020) und „Saltburn“ (2023) für Aufsehen sorgte, präsentiert sich das Werk eher als eigenwillige Interpretation denn als klassische Literaturverfilmung. In den Hauptrollen dieser romantisch akzentuierten Fassung agieren Margot Robbie als Catherine Earnshaw und Jacob Elordi in der Rolle des Heathcliff.

Die Produktion, deren Budget auf beachtliche 80 Millionen US-Dollar geschätzt wird, löste unter Kritikern bereits vor dem offiziellen Start kontroverse Diskussionen aus. Während einige Rezensenten die visuelle Pracht und die spürbare Chemie zwischen den Hauptdarstellern lobten, kritisierten andere eine übersteigerte Melodramatik. Erste Stimmen nach geschlossenen Vorführungen am 28. Januar 2026 in Los Angeles beschrieben den Film als „Spektakel von exquisiter Handwerkskunst“ und hoben besonders die Arbeit des Kameramanns Linus Sandgren sowie der Designerin Suzie Davies hervor. Warner Bros. erhofft sich durch den Kinostart rund um den Valentinstag einen signifikanten kommerziellen Erfolg, da ein großes Bedürfnis nach epischen Liebesgeschichten vermutet wird.

Dennoch gibt es auch kritische Töne bezüglich des regisseurischen Fokus. Einigen Beobachtern zufolge ziele der Film zu stark auf eine „Sexualisierung“ der Vorlage ab, wodurch die dem Roman innewohnende Irrationalität und Spannung verloren gehe. Der ständige Fokus auf den physischen Kontakt zwischen Cathy und Heathcliff schwäche laut Kritikern die spirituelle Dimension der Erzählung. Auch die Besetzung stieß auf Skepsis: Die 35-jährige Robbie wirke in der Rolle der 17-jährigen Catherine für manche wenig überzeugend. Zudem wird Elordi, der im Gegensatz zum literarischen Heathcliff mit seinem „Zigeuner“-Hintergrund eher wie ein „trauriger Welpe“ dargestellt wird, als Fehlbesetzung betrachtet, die den wichtigen Aspekt der Klassenvoroingenommenheit ignoriere.

Emerald Fennell verteidigte ihre kreativen Entscheidungen und betonte, dass es ihr Ziel gewesen sei, das Gefühl zu approximieren, das das Buch in ihr ausgelöst habe, anstatt eine wortgetreue Adaption zu schaffen. Der visuelle Stil, der oft als „Garage Maximalism“ bezeichnet wird, erregte besonderes Aufsehen. So wurde beispielsweise die Tapete in Catherines Schlafzimmer nach dem Vorbild von Margot Robbies Hautstruktur inklusive sichtbarer Venen entworfen. Laut Fennell symbolisiere dies das Empfinden, „zu einer Ehefrau gemacht zu werden, zu einem Objekt der Schönheit“. Kritiker bemängeln jedoch, dass dieser Fokus auf Sinnlichkeit die zentralen Themen des Romans – sozialen Status und Geld – in den Hintergrund drängt.

Ein wesentlicher Bestandteil des filmischen Erlebnisses ist die originelle Musik von Charli XCX, deren begleitendes Album zeitgleich mit der Premiere am 13. Februar 2026 bei Atlantic Records erschien. Die Arbeit an diesem Projekt begann bereits im Dezember 2024. Der Soundtrack, der von Kritikern einhellig gelobt wird, umfasst 12 Originaltitel, darunter die Singles „House“ (mit John Cale), „Chains of Love“ und „Wall of Sound“. Die in Zusammenarbeit mit Finn Keane entstandene Musik wird als Gothic-Pop-Konzeptalbum beschrieben, das nach Meinung einiger die düstere Erzählweise Brontës durch einen „pastellfarbenen Traum“ ersetzt.

Neben den Hauptdarstellern glänzt die Produktion mit einer namhaften Besetzung in den Nebenrollen. So verkörpert Martin Clunes den Charakter des Mr. Earnshaw, während Shazad Latif als Edgar Linton und Hong Chau in der Rolle der Nell zu sehen sind. Mit einer Gesamtlaufzeit von 136 Minuten bietet das Werk ausreichend Raum für Fennells visuelle Ambitionen. Trotz der gespaltenen Meinungen bleibt abzuwarten, wie das breite Publikum auf diese moderne und sinnliche Interpretation eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur reagieren wird.

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Quellen

  • Todo Canal

  • LADbible

  • Sveriges Radio

  • Wuthering Heights (2026 film) - Wikipedia

  • "Wuthering Heights" review: Margot Robbie and Jacob Elordi front a perplexing and provocative romance | Mashable

  • Wuthering Heights Sparks Debate With Daring New Film - Grand Pinnacle Tribune

  • 'Wuthering Heights' review: Margot Robbie and Jacob Elordi sizzle in lavish, melodramatic adaptation - Screen Daily

  • Emerald Fennell Shares Her Favorite WUTHERING HEIGHTS Lines From the Novel - YouTube

  • Wikipedia

  • Grand Pinnacle Tribune

  • Forbes

  • HELLO!

  • Wikipedia

  • Sweden Herald

  • Grand Pinnacle Tribune

  • Consequence

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