JWST entdeckt älteste bekannte Supernova im Zusammenhang mit einem Gammablitz, 730 Millionen Jahre nach dem Urknall

Bearbeitet von: Uliana S.

Diese Illustration zeigt die Explosion der Supernova GRB 250314A, und drei Monate später beobachtete Webb sie.

Mithilfe der Infrarotkamera des James Webb Space Telescope (JWST) ist Astronomen eine bahnbrechende Entdeckung gelungen: Sie haben die am weitesten entfernte jemals registrierte Sternenexplosion, eine Supernova, die mit einem energiereichen Gammablitz (GRB) in Verbindung steht, identifiziert. Dieses Ereignis, benannt als GRB 250314A, ereignete sich, als das Universum erst etwa 730 Millionen Jahre alt war. Dies entspricht etwas mehr als fünf Prozent seines heutigen Alters. Das Licht dieser kosmischen Katastrophe legte eine Reise von über 13 Milliarden Jahren zurück, um uns zu erreichen.

Астрономы, использующие космический телескоп Уэбба, обнаружили взрыв сверхновой, связанный с гамма-всплеском GRB 250314A, когда Вселенной было всего 730 миллионов лет.

Die erste Detektion des intensiven Gammastrahlenausbruchs erfolgte am 14. März 2025. Verantwortlich dafür war der im Jahr 2024 gestartete, gemeinsam von Frankreich und China betriebene Satellit SVOM, dessen Aufgabe es ist, veränderliche Objekte und gewaltige Explosionen im Kosmos zu überwachen. Nachfolgende Beobachtungen durch das Swift-Orbitalobservatorium der NASA sowie durch bodengestützte Instrumente, darunter das Nordic Optical Telescope und das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte, ermöglichten die Bestätigung einer hohen Rotverschiebung von etwa z = 7.3. Dieser Wert verortet das Ereignis in die Ära rund 730 Millionen Jahre nach dem Urknall und bricht damit den bisherigen JWST-Rekord für die fernste beobachtete Supernova, die im Alter von 1,8 Milliarden Jahren des Universums stattfand.

Rund dreieinhalb Monate nach dem Gammablitz bestätigte die NIRCam-Kamera des JWST die Existenz der Supernova und konnte sogar die Wirtsgalaxie auflösen. Dieser Zeitpunkt korrespondierte mit dem Maximum der Helligkeit des Ereignisses. Die beobachtete Supernova zeigte Merkmale, die jenen heutiger Explosionen ähneln. Dies deutet darauf hin, dass die fundamentalen physikalischen Prozesse, die den Kollaps massereicher Sterne steuern, bereits in der frühen Phase des Universums vollständig etabliert waren. Die Dauer des Gammablitzes betrug ungefähr zehn Sekunden, was typisch für den Kollaps eines massereichen Sterns ist.

Diese Beobachtung, die im Rahmen des Programms für schnelle Reaktion (Director's Discretionary Time) durchgeführt wurde, stellte das erste Mal dar, dass die Wirtsgalaxie eines derart weit entfernten Ereignisses direkt erfasst werden konnte. Die Forschungsergebnisse wurden im Dezember 2025 in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics Letters veröffentlicht. Die Leitung der Studie oblag Andrew Levan von der Radboud-Universität und Bertrand Cordier vom CEA Paris-Saclay. Diese Entdeckung unterstreicht eindrucksvoll die Fähigkeit des JWST, flüchtige, transiente Phänomene in der primitiven kosmischen Landschaft aufzuspüren.

Für die Zukunft plant das Forschungsteam, die Nachglühen dieser Gammablitze gezielt zu nutzen. Ziel ist es, detaillierte Charakterisierungen dieser uralten Galaxien zu gewinnen. Solche Untersuchungen versprechen tiefere Einblicke in die Entwicklung der ersten Sterne und Galaxien, die das Universum nach der Dunklen Zeit geformt haben. Es ist ein Meilenstein, der die Grenzen unseres Verständnisses der kosmischen Frühgeschichte verschiebt.

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Quellen

  • il Giornale.it

  • The JWST Just Identified A Supernova From Only 730 Million Years After The Big Bang

  • The James Webb Space Telescope just found the oldest supernova ever seen

  • JWST Detects Oldest Supernova Ever Seen, Linked to GRB 250314A | Technology News

  • Astronomers discover the earliest supernova ever observed with JWST | Radboud University

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