Die japanische Raumfahrtagentur JAXA prüft derzeit die Umsetzung des Projekts Next Generation Small-Body Return (NGSR), das darauf abzielt, unverfälschtes Material vom Kometen 289P/Blanpain zur Erde zu bringen. Diese Initiative, die als eines der großen JAXA-Projekte für die 2030er Jahre gilt, wurde im Rahmen eines Konzeptberichts auf der Lunar and Planetary Science Conference 2025 vorgestellt. Die Mission zeichnet sich durch einen außergewöhnlich langen Planungshorizont aus: Der voraussichtliche Start ist für 2034 vorgesehen, die Ankunft am Kometen für 2041, und die Rückkehr der Proben wird nicht vor Ende der 2040er Jahre, etwa im Jahr 2048, erwartet.
289P/Blanpain è una cometa antica e di grande interesse scientifico per lo studio dei ‘mattoni’ della vita La cometa è l’obiettivo di una nuova missione dell’agenzia Jaxa. Come si svolgerà la missione? ☄️ 🛰️ 🧬 ℹ️ Scopri di più su Globalscience 👉 shorturl.at/5nN4M
Das Zielobjekt, der Komet 289P/Blanpain, wurde erstmals am 28. November 1819 vom Astronomen Jean-Jacques Blanpain gesichtet, galt jedoch fast zwei Jahrhunderte lang als verschollen, bis er 2003 wiederentdeckt wurde, als der Asteroid 2003 WY25 mit seiner berechneten Umlaufbahn übereinstimmte. Das Objekt hat einen Radius von etwa 160 Metern und bestätigte seine kometare Natur durch einen Aktivitätsausbruch im Jahr 2013. Die geringe Aktivität des Kometen, die sich in einer niedrigeren Ausstoßrate von Staub und Gas äußert, macht 289P/Blanpain im Vergleich zu aktiveren Himmelskörpern zu einem sichereren Ziel für Manöver.
Die wissenschaftlichen Ziele der Mission konzentrieren sich auf das Verständnis von präsolarem Material und interstellarer Chemie. Im Gegensatz zu Asteroiden wie Ryugu, die über lange Zeiträume der Strahlung ausgesetzt waren, bewahren Kometen in ihrem Inneren ursprüngliches Eis und Staub – Zeugnisse des frühen Sonnensystems –, da sie den Großteil ihrer Zeit fernab der Sonne verbringen. Eine erfolgreiche Rückführung dieser Proben könnte den direkten Beweis dafür liefern, dass chemische Vorläufer des Lebens aus dem interstellaren Raum stammen, und zudem helfen, die Mechanismen bei der Entstehung der äußeren Bereiche der protoplanetaren Scheibe genauer zu bestimmen.
Die technische Lösung zur Konservierung flüchtiger Verbindungen erfordert eine geschlossene Kryokette, die In-situ-Analysen sowie die Gefriertrocknung der Proben umfasst, bevor diese nach der Rückkehr in einen speziellen kryogenen Reinraum gebracht werden. Das Raumfahrzeug wird aus einem Deep Space Orbital Transport Vehicle (DSOTV) und einem speziellen Landemodul bestehen, das – in Anlehnung an die Hayabusa-2-Mission – die Technik eines Small Carry-on Impactors (SCI) nutzt, um an unverändertes Material zu gelangen. Zur Untersuchung der inneren Struktur ist der Einsatz von Seismometern sowie eines bistatischen Radars geplant, um nach meterhohen Hohlräumen zu suchen.
Die JAXA verfügt über umfassende Erfahrung mit Probenrückführungsmissionen, darunter die erfolgreiche Hayabusa-2 sowie das aktuelle Projekt Martian Moons eXploration (MMX), dessen Start für 2026 geplant ist. Doch NGSR wirft mit ihrem zwei Jahrzehnte dauernden Zyklus von der Konzeption bis zur Rückkehr die Frage auf, wie die politische und öffentliche Unterstützung über einen so langen Zeitraum aufrechterhalten werden kann, was eine internationale Zusammenarbeit erforderlich machen könnte.
Im Zusammenhang mit anderen Errungenschaften der Raumfahrt bestätigten Forscher der UNIBE und UNIGE im Rahmen des NCCR PlanetS auf Basis von Daten des JWST-Teleskops das Fehlen dichter Atmosphären bei den Planeten TRAPPIST-1b und 1c. Professor Brice-Olivier Demory von der UNIBE wies darauf hin, dass die Temperaturunterschiede zwischen Tag- und Nachtseite dieser Planeten aufgrund der fehlenden Atmosphäre zur Energieverteilung 500 Grad Celsius überschreiten, was einen Kontrast zur langfristigen Planung der NGSR-Mission darstellt.
