Seltener gefrierender Nebelbogen über dem Mauna Kea nach Wintersturm dokumentiert
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Am 5. Januar 2026 wurde über dem Gipfel des Mauna Kea auf Hawaii ein seltenes meteorologisches Phänomen beobachtet: ein gefrierender Nebelbogen. Diese optische Anomalie trat infolge eines kräftigen Wintersturms auf, der als Kona-Tief klassifiziert wurde und in den Hochlagen der Big Island erheblichen, nassen Schnee mit sich brachte. Die University of Hawaii, Mauna Kea, bestätigte die Schneefälle in den Gipfelregionen von Mauna Kea und Mauna Loa und meldete Schätzungen von acht bis zehn Zoll Neuschnee über Nacht zum 5. Januar.
Die Entstehung des Nebelbogens resultiert aus der Brechung des Sonnenlichts durch extrem kleine, unterkühlte Wassertröpfchen innerhalb des Nebels. Aufgrund der geringen Tröpfchengröße erscheint der resultierende Bogen überwiegend weiß oder stumpf, mitunter akzentuiert durch einen blassroten äußeren Rand, was ihn von einem Standard-Regenbogen unterscheidet. Anhaltende Temperaturen unter dem Gefrierpunkt in Höhen über 10.000 Fuß waren für die Kondensation dieser unterkühlten Partikel notwendig. Meteorologen registrierten zudem mögliche Merkmale eines sogenannten „Supernumerary Fogbows“, was auf eine hohe Konzentration von Wolkentröpfchen gleicher Größe hindeutet.
Das Kona-Tief, dessen Bezeichnung „leeward“ (windabgewandte Seite) bedeutet, kehrt die typischen Nordost-Passatwinde um und generiert starken Niederschlag an den normalerweise trockeneren, südlichen Inselabschnitten. Die durch dieses Tiefdruckgebiet ausgelöste Wetterlage führte zu Wintersturmwarnungen für die Gipfel der Big Island. Die Straßen zum Mauna Kea-Gipfel mussten aufgrund von Nebel, Schnee und Eis für die Öffentlichkeit gesperrt werden, während der Gipfel des Vulkans, der in der hawaiianischen Kultur als heiliger Ort gilt, von einer Schneedecke bedeckt war.
Der Mauna Kea, dessen hawaiianischer Name „Weißer Berg“ bedeutet, erreicht eine Höhe von etwa 4.205 Metern über dem Meeresspiegel. Misst man ihn jedoch vom Meeresgrund aus, beträgt seine Gesamthöhe über 10.203 Meter, was ihn zum höchsten Berg der Erde macht. Die Kombination aus dieser extremen Höhe und der spezifischen Wetterlage ermöglichte die für den Nebelbogen erforderlichen atmosphärischen Bedingungen durch den Temperaturabfall unter den Gefrierpunkt. Die Beobachtung dieses seltenen Ereignisses am 5. Januar 2026 liefert einen wertvollen Datensatz für die Forschung zur Mikrophysik von Wolken und zur atmosphärischen Optik in alpinen Höhenlagen.
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Quellen
ΣΚΑΪ
The Washington Post
Liputan6.com
The Washington Post
AccuWeather
Space.com
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