Umfassende britische Strategie zur Anhebung von Tierschutzstandards angekündigt

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die britische Regierung hat am Montag, dem 22. Dezember, ihre umfassende Tierschutzstrategie ins Leben gerufen, die tiefgreifende Reformen für Haustiere, Nutztiere und Wildtiere vorsieht. Umweltministerin Emma Reynolds, die diese weitreichenden Maßnahmen ankündigte, betonte die Notwendigkeit, bestehende Gesetze und anhaltende Tierschutzprobleme anzugehen. Diese Initiative baut auf früheren Gesetzesvorhaben auf, darunter die Einführung neuer, weltweit führender Standards für Zoos und die Verabschiedung des Animal Welfare (Import of Dogs, Cats and Ferrets) Act 2025, der den Schmuggel von Welpen unterbinden soll.

Ein zentraler Pfeiler der neuen Strategie konzentriert sich auf den Schutz von Begleittieren, insbesondere durch das erklärte Ziel, die Praxis der Welpenzucht zu beenden, bei der Zuchthunde unter prekären Bedingungen gehalten und überzüchtet werden. Zur Unterstützung dieses Ziels plant die Regierung eine Konsultation zur Untersagung von Elektroschock-Halsbändern für Hunde, da diese potenziell erhebliche Schäden verursachen können. Des Weiteren wird eine Lizenzierung für derzeit nicht regulierte Organisationen zur Rettung und Wiederaufnahme von Haustieren in Erwägung gezogen, um die Standards im gesamten Sektor zu erhöhen.

Im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind signifikante Verschiebungen von intensiven Haltungssystemen vorgesehen, was den Wunsch der britischen Verbraucher nach höheren ethischen Standards widerspiegelt. Konkret sollen die Haltung von Legehennen in Käfigbatterien und die Verwendung von Abferkelbuchten für Sauen schrittweise abgeschafft werden; derzeit verbringen schätzungsweise rund 200.000 Sauen fast ein Viertel ihres Lebens in solchen Buchten. Ergänzend dazu adressiert die Strategie die Einführung von Tierschutzstandards für Zuchtfische und fördert die Nutzung langsamer wachsender Hühnerrassen zur Prävention von Lahmheit.

Die Maßnahmen zum Schutz der Wildtiere umfassen ein Verbot des grausamen Auslegens von Schlingen in England, welche nicht nur Wildtiere, sondern auch Haustiere gefährden. Zudem wird eine Schonzeit für Hasen eingeführt, um sie während der Brutphase zu schützen und das Verwaisen junger Tiere durch den Abschuss erwachsener Tiere zu verhindern. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Stärkung der Gesetze gegen das „Livestock Worrying“ (Belästigung von Nutztieren), welche den Gerichten die Befugnis verleihen, unbegrenzte Geldstrafen gegen Hundebesitzer zu verhängen, deren Tiere Nutztiere angreifen. Diese Gesetze sollen die emotionale und finanzielle Belastung der landwirtschaftlichen Gemeinschaften mindern, die durch solche Vorfälle entstehen.

Die gesamte Strategie, deren Umsetzung bis Ende 2030 angestrebt wird, soll die Tierschutzstandards im Vereinigten Königreich auf ein neues Niveau heben. Die Ernennung von Emma Reynolds, die zuvor als Wirtschaftssekretärin und City-Ministerin tätig war und Erfahrung im Finanzsektor besitzt, zur Umweltministerin wird als Zeichen für die breite Verankerung der Anliegen gesehen. Diese Reformen stehen im Einklang mit früheren Gesetzen wie dem Animal Welfare (Livestock Exports) Act 2024, das den Export von Nutztieren zur Schlacht verbietet.

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Quellen

  • gov.uk

  • DEFRA: Government announces biggest animal welfare reforms in a generation

  • Government announces 'biggest animal welfare reforms in a generation' | Farm News

  • RSPCA backs new animal welfare strategy but says more action needed

  • Animal Welfare Strategy - Hansard - UK Parliament

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