Wissenschaftlicher Nachweis: Langsames Blinzeln stärkt die Bindung zwischen Mensch und Katze

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass eine einfache visuelle Geste, das sogenannte „langsame Blinzeln“, die emotionale Verbindung zwischen Menschen und Hauskatzen substanziell vertiefen kann. Diese Handlung, welche eine entspannte und zufriedene Mimik der Katze nachahmt, dient als unmissverständliches Signal wohlwollender Absichten gegenüber dem Tier. Die wegweisende Arbeit wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Karen McComb von der University of Sussex durchgeführt, einer Expertin für tierisches Verhalten und Kognition.

Experimentelle Studien haben eindeutig gezeigt, dass Katzen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit das langsame Blinzeln erwidern, wenn es von ihren menschlichen Bezugspersonen initiiert wird. In einem der Versuche zeigten Katzen eine größere Bereitschaft, sich einer ausgestreckten Hand eines Forschers zu nähern, nachdem sie zuvor das langsame Blinzeln empfangen hatten, im Vergleich zu einer neutralen Mimik. Diese Verhaltensreaktion deutet darauf hin, dass das langsame Blinzeln von Katzen universell als eine freundliche und nicht-bedrohliche Einladung interpretiert wird, was die Grundlage für eine positive Interaktion schafft.

Die Forscher der University of Sussex und der University of Portsmouth haben diese Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht, wobei die Studien von Dr. Tasmin Humphrey mitgeleitet wurden. Die korrekte Durchführung der Sequenz des langsamen Blinzelns beinhaltet das Verengen der Augenlider und das anschließende langsame Schließen und Wiederöffnen der Augen, was dem kätzischen „Lächeln“ entspricht. Es ist bekannt, dass Katzen einen direkten, ununterbrochenen Blickkontakt oft als Konfrontation oder Bedrohung wahrnehmen. Das Blinzeln durchbricht diese Barriere und etabliert einen vertrauensvollen Blickkontakt, wobei langsameres Blinzeln ein größeres Maß an Vertrauen signalisiert.

Diese Erkenntnisse sind von Bedeutung für die Verbesserung des Wohlergehens von Katzen, insbesondere in Umgebungen mit hohem Stresspotenzial wie Tierheimen oder tierärztlichen Praxen. Die Forschungsergebnisse, die im Jahr 2020 publiziert wurden, untermauern die langjährige Vermutung vieler Katzenbesitzer bezüglich dieser nonverbalen Kommunikationsebene. In einer Untersuchung mit Katzen in einem Tierheim wurde festgestellt, dass jene Tiere, die stärker auf das langsame Blinzeln eines Forschers reagierten, schneller von Mitgliedern der Öffentlichkeit adoptiert wurden. Dies unterstreicht den praktischen Nutzen der Methode zur Förderung von Adoptionen und zur Reduzierung von Stress bei der ersten Begegnung mit neuen Menschen.

Professor McComb äußerte sich erfreut über den experimentellen Nachweis dieser Kommunikationsform, die über das bereits bekannte „Solicitation Purring“ hinausgeht. Die Anwendung des langsamen Blinzelns bietet eine einfache, sofort umsetzbare Technik, um die Bindung zu Hause zu festigen oder Vertrauen bei fremden Katzen aufzubauen. Die Forschungsgruppe arbeitet weiter daran, die Mechanismen der Mensch-Katze-Empathie zu entschlüsseln.

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Quellen

  • ScienceAlert

  • ScienceAlert

  • The Jerusalem Post

  • ResearchGate

  • The Optimist Daily

  • MRCVSonline

  • Broadcast

  • BBC Science Focus Magazine

  • PEOPLE

  • University of Sussex

  • Ask A Vet

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