Neue Erkenntnisse zur Delfinkommunikation: Geteilte Pfeiflaute deuten auf Vokabular hin

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Fortlaufende Forschung enthüllt ein komplexeres soziales Vokabular bei Großen Tümmlern, das über die bloßen individuellen „Signaturpfiffe“ hinausgeht. Diese Arbeit konzentriert sich auf das Sarasota Dolphin Research Program (SDRP) vor Sarasota, Florida, welches die weltweit längste Studie einer wildlebenden Walpopulation darstellt und 1970 initiiert wurde. Das SDRP, das mit dem Mote Marine Laboratory & Aquarium assoziiert ist und unter der Leitung von Randall Wells vom Brookfield Zoo Chicago steht, untersucht weiterhin eine Population von ungefähr 170 bekannten Tümmlern. Die Forscher, zu denen auch Dr. Laela Sayigh von der Woods Hole Oceanographic Institution gehört, bestätigen, dass die Signaturpfiffe über die gesamte Lebensdauer eines Delfins stabil bleiben und als einzigartige Namen fungieren.

Die Analyse der akustischen Daten, die durch nicht-invasive Methoden wie Saugnapf-Hydrophone während kurzer Gesundheitsuntersuchungen gesammelt wurden, hat wichtige Verhaltensmuster aufgezeigt. Delfinmütter verwenden beim Ansprechen ihrer Kälber höherfrequente Versionen ihrer Signaturpfiffe, was dem menschlichen „Motherese“ ähnelt. Darüber hinaus initiieren Delfine den Kontakt, indem sie den Signaturpfiff eines anderen Tieres kopieren, was dem Rufen einer Person beim Namen gleicht. Die Sarasota Dolphin Whistle Database, die inzwischen nahezu 1.000 Aufnahmesitzungen von 293 einzelnen Delfinen umfasst, dient als unschätzbare Ressource für diese Studien.

Die signifikanteste jüngste Entdeckung ist die Identifizierung zahlreicher geteilter Nicht-Signaturpfiffe (NSWs), die von mehreren Tieren genutzt werden und auf eine kollektive Vokabularbasis hindeuten. Bisher wurden mindestens 20 verschiedene geteilte NSW-Typen in der Datenbank katalogisiert, wobei zwei spezifische Laute, NSWA und NSWB, von mindestens 25 bzw. 35 verschiedenen Delfinen produziert wurden. Diese Entdeckung eröffnet ein neues Forschungsfeld, da diese Laute im Gegensatz zu den individuellen Signaturpfiffen stereotypisiert sind und universelle Signale innerhalb der Gemeinschaft darstellen könnten.

Wiedergabeexperimente deuten darauf hin, dass diese geteilten Pfeiflaute spezifische Funktionen erfüllen. Ein bestimmter NSW-Typ korreliert mit einer Alarmreaktion, die dazu führt, dass die Delfine wegschwimmen, was auf eine Warnfunktion hindeutet. Ein anderer NSW-Typ scheint eine Überraschungsreaktion oder eine Art von Anfrage zu signalisieren, wenn unerwartete Reize auftreten. Um diese komplexen Vokalisationen weiter zu kategorisieren, setzen die Forscher nun verstärkt auf Künstliche Intelligenz.

Technologische Fortschritte, wie das KI-Modell DolphinGemma, das von Google in Zusammenarbeit mit Georgia Tech und dem Wild Dolphin Project entwickelt wurde, beschleunigen die Analyse von akustischen Datensätzen. Diese technologische Unterstützung verspricht, Muster in der Delfinkommunikation aufzudecken, die für menschliche Analysten bisher unsichtbar blieben, und die Erforschung der kognitiven Fähigkeiten dieser Meeressäuger voranzutreiben.

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Quellen

  • Yahoo

  • GOOD

  • WHOI

  • National Today

  • Let's Data Science

  • Sarasota Dolphin Research Program | Mote Marine Laboratory & Aquarium

  • WLRN Public Media

  • Mote Marine Laboratory & Aquarium

  • Sarasota Dolphin Research Program

  • Frontiers in Marine Science

  • Mirage News

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