Evolutionäre Ursachen für das Kreisen von Hunden vor dem Hinlegen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das ritualisierte Kreisen von Haushunden vor dem Niederlegen, sei es auf weichen Decken oder direktem Untergrund, ist ein weit verbreitetes Verhalten, das von Kynologen als Überbleibsel archaischer Instinkte bestätigt wird. Diese kreisförmige Bewegung ist eine direkte genetische Weitergabe der Vorfahren der Haushunde, insbesondere der Wölfe, die in der Wildnis ihre Schlafplätze vorbereiten mussten.

Die ursprüngliche Funktion dieser Vorbereitung war multifaktoriell und diente primär dem Überleben und dem Komfort. Die Vorfahren nutzten die Drehung, um vorhandene Vegetation niederzutreten und eine ebenere, glattere Liegefläche zu schaffen. Dieser Vorgang erleichterte zugleich die Detektion von Störfaktoren wie Steinen oder Insekten. Darüber hinaus diente die Bewegung der schnellen Umgebungskontrolle, um potenzielle Prädatoren auszuschließen und eine strategisch günstige Position einzunehmen.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt war die Thermoregulation, bei der die Position relativ zu Wind und Sonne optimiert wurde, um Wärme zu speichern oder abzugeben. Zudem spielte die Aktion eine Rolle bei der territorialen Markierung, da durch den Druck der Pfotenballen Pheromone freigesetzt wurden, welche den Schlafplatz für Artgenossen kennzeichneten. Obwohl moderne Haushunde in geschützten Umgebungen leben, bleibt dieser evolutionäre Protokollmechanismus unbewusst aktiv.

Die Intensität dieses Verhaltens variiert substanziell, beeinflusst durch Faktoren wie Alter, Stresslevel und die Beschaffenheit der Unterlage. Während das Kreisen selbst ein normales, instinktives Verhalten darstellt, kann eine übersteigerte oder exzessive Drehbewegung, begleitet von Unruhe, auf zugrundeliegende physische Probleme wie Gelenkschmerzen oder erhöhte Angstzustände hindeuten, was eine tierärztliche Konsultation erforderlich macht. Verhaltensforscher sehen das Ritual als einen Akt der Selbsterhaltung, der dem Tier hilft, sich instinktiv vor einem Angriff zu schützen.

In Deutschland sind Angriffe gesunder, freilebender Wölfe auf Menschen nicht dokumentiert, da Wölfe grundsätzlich die Nähe des Menschen meiden. Dennoch sieht das Bundesnaturschutzgesetz ein striktes Fütterungsverbot vor, um eine Gewöhnung zu verhindern. Diese tief verwurzelten Muster verdeutlichen, dass der Hund trotz Domestizierung ein komplexes Tier bleibt, dessen Handlungen oft noch von den Notwendigkeiten seiner wilden Vergangenheit diktiert werden.

10 Ansichten

Quellen

  • O Antagonista

  • Correio Braziliense

  • Revista Oeste

  • Meu Doguinho

  • Amigo Bicho

  • O Antagonista

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?

Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.