Personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff zeigt vielversprechende Frühindikatoren bei Hund

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Ein bedeutender Fortschritt in der veterinärmedizinischen Onkologie wurde durch die Entwicklung und Verabreichung einer maßgeschneiderten mRNA-Krebsimpfung an die Staffordshire Bull Terrier-Mischlingshündin Rosie erzielt, die an einem fortgeschrittenen Mastzelltumor litt. Dieser Fall stellt einen wichtigen Meilenstein dar, da die Therapie auf die spezifische genetische Signatur des Tumors des Tieres zugeschnitten wurde, ein Ansatz, der dem Vorgehen in der modernen Humanmedizin ähnelt. Mastzelltumore zählen zu den häufigsten Hauttumoren bei Hunden und werden je nach Invasivität in drei histologische Grade eingeteilt.

Die Initiative zur Entwicklung des neuartigen Impfstoffs wurde von dem Datenwissenschaftler Paul Coningham initiiert, nachdem konventionelle Behandlungsmethoden für Rosie keine Besserung mehr zeigten. Die Grundlage für die Impfstoffentwicklung bildete die genomische Sequenzierung des Tumorgewebes von Rosie, welche am Ramaciotti Centre for Genomics der University of New South Wales (UNSW) durchgeführt wurde. Professor Pall Thordarson vom UNSW RNA Institute setzte diese Entwicklung um und betonte, dass dies die erste Konzeption eines derart personalisierten Krebsimpfstoffs für einen Hund sei. Die UNSW nimmt eine zentrale Rolle in der australischen RNA-Forschung ein, unter anderem durch das UNSW RNA Institute, das Experten aus Wissenschaft, Ingenieurwesen und Medizin zusammenführt.

Zur Identifizierung der vielversprechendsten Angriffspunkte, den sogenannten Neoantigenen, kamen fortschrittliche Werkzeuge der künstlichen Intelligenz zum Einsatz, darunter ChatGPT und AlphaFold. Diese KI-Systeme analysierten die umfangreichen Datenmengen aus der Genanalyse, um spezifische Merkmale der Tumorzellen zu bestimmen, die das Immunsystem gezielt angreifen könnte. Das resultierende Protokoll, welches die Bauanleitung für die tumorspezifischen Proteine enthielt, wurde anschließend von Professor Thordarson und seinem Team an der UNSW in die finale mRNA-Impfstoffformulierung überführt. Die Geschwindigkeit der mRNA-Technologie, die eine Anpassung in Wochen oder Monaten statt in Jahren erlaubt, wird als „digitales Medikament“ beschrieben, da primär die Information und nicht die chemische Struktur angepasst wird.

Die experimentelle Vakzine wurde im Bundesstaat Queensland verabreicht, wobei bereits bis März 2026 bemerkenswerte Frühindikatoren für den Erfolg sichtbar wurden. Einer der Tumore von Rosie zeigte eine signifikante Schrumpfung von etwa 75 Prozent. Diese positive Reaktion spiegelte sich auch im Verhalten der Hündin wider, deren wiedergewonnene Energie es ihr ermöglichte, wieder über Zäune zu springen, was Coningham und den behandelnden Ärzten neue Perspektiven eröffnete. Dennoch betonen Experten, dass es sich um eine Einzelfallstudie handelt und die Behandlung noch keine vollständige Heilung darstellt.

Die Forschung an mRNA-Krebsimpfstoffen erfuhr durch die COVID-19-Pandemie einen erheblichen Schub, da die Technologie optimiert und in großem Maßstab produziert werden konnte. Während in Deutschland Hunderte Krebsmedikamente in Entwicklung sind, konzentrieren sich viele auf Immuntherapien und mRNA-Ansätze. Die UNSW ist an der Etablierung einer Pilot-Fertigungsanlage für RNA-Therapeutika beteiligt, die mit einer staatlichen Investition von 96 Millionen Dollar gefördert wird, um Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung zu überführen. Trotz der vielversprechenden Einzelergebnisse mahnen Forscher zur Vorsicht, da die Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen aufgrund unterschiedlicher Proteinstrukturen nicht garantiert ist und kontrollierte Studien für den Nachweis von Sicherheit und Wirksamkeit unerlässlich bleiben. Die klassische Behandlung von Mastzelltumoren beim Hund umfasst die chirurgische Entfernung, wobei bei invasiven Formen ein Sicherheitsabstand von 2 bis 3 cm zum Tumorrand einzuhalten ist.

3 Ansichten

Quellen

  • Semana.com Últimas Noticias de Colombia y el Mundo

  • Logos Press

  • UNSW Newsroom

  • Mint

  • TheStreet

  • Hindustan Times

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.