Ifo-Umfrage: Deutsche Unternehmen bewerten Steuer- und Abgabenlast als erdrückend

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Eine signifikante Mehrheit der deutschen Unternehmenslandschaft bewertet die fiskalische Belastung in der Bundesrepublik für das Jahr 2025 als übermäßig hoch. Diese Erkenntnis resultiert aus einer umfassenden Erhebung des Ifo-Instituts, die im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen durchgeführt wurde. Die Befragung, an der sich 1.705 Unternehmen vom 8. September bis zum 17. Oktober beteiligten, identifizierte spezifische Bereiche, die als primäre Belastungsfaktoren wahrgenommen werden: die Kostenstruktur der Arbeit, die Energieabgaben, die Einkommensteuer sowie die lokale Gewerbesteuer.

Die drängendste Sorge manifestiert sich bei den Abgaben für und auf die Belegschaft: Knapp 83 Prozent der befragten Firmen stuften diese als starke oder sehr starke Belastung ein. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, kommentierte diese hohe Belastung auf Arbeit als lähmend für Arbeitgeber und Arbeitnehmer und als mindernd für die Leistungsbereitschaft. An zweiter Stelle der empfundenen Lasten rangiert die Gewerbesteuer, die von nahezu 72 Prozent der befragten Entitäten als erheblich empfunden wird. Die Steuern und Abgaben im Energiebereich folgen auf dem dritten Platz, genannt von 68 Prozent der Unternehmen.

Die Ifo-Ökonomen untermauern diese Wahrnehmung mit einem internationalen Kontext: Aktuelle Daten belegen, dass Deutschland unter den G7-Industrienationen die Spitzenposition sowohl bei der Besteuerung von Unternehmensgewinnen als auch bei den Abgaben auf Arbeit einnimmt. Diese hohe Abgabenlast auf Arbeit wirkt sich negativ auf den Standortfaktor aus, indem sie die Lohnkosten erhöht und somit die Attraktivität Deutschlands in international hart umkämpften Sektoren reduziert.

Als direkte Reaktion auf diese Befunde leiteten die Ökonomen des Ifo-Instituts konkrete politische Handlungsempfehlungen ab. Diese umfassen eine Reduzierung der Einkommensteuer für die mittlere Einkommensschicht, eine Senkung der Stromsteuer für alle gewerblichen Akteure sowie eine Absenkung der Körperschaftsteuer, welche von Kapitalgesellschaften entrichtet wird. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die identifizierten Hauptbelastungen direkt anzugehen und die ökonomische Leistungsfähigkeit zu fördern.

Parallel zu den Umfrageergebnissen verhandelt die Bundesregierung im Rahmen ihrer Wachstumsinitiative für den Haushaltsentwurf 2025 über Maßnahmen wie die beschleunigte Abschreibung. Eine ergänzende Studie der Stiftung Familienunternehmen aus dem August 2025 zeigte, dass 90 Prozent der Unternehmen explizit Steuererleichterungen für Arbeitseinkommen forderten, was die Priorität der Ifo-Umfrage bestätigt. Die Forschungsgruppe Steuer- und Finanzpolitik des Ifo-Instituts unter der Leitung von Florian Neumeier widmet sich der Frage, wie Staaten Steuern, Ausgaben und Staatsverschuldung effizient und gerecht gestalten können, um Wettbewerbsfähigkeit und faire Lastenverteilung zu sichern.

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Quellen

  • Baden online

  • DER SPIEGEL

  • klamm.de

  • FinanzNachrichten.de

  • InvestmentWeek

  • ifo Institut

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