Seltener Apple-1-Prototyp „Celebration“ für 2,75 Millionen US-Dollar versteigert
Bearbeitet von: alya myart
Ein außergewöhnliches Stück Computergeschichte hat bei einer Versteigerung in Boston für großes Aufsehen gesorgt. Die als „Board No. 0“ oder „Celebration“ bekannte Leiterplatte eines Apple-1-Prototyps wechselte für die beeindruckende Summe von 2.750.000 US-Dollar den Besitzer. Das Auktionshaus RR Auction organisierte dieses Ereignis im Rahmen der Veranstaltung „Steve Jobs and the Computer Revolution: Apple’s 50th Anniversary Auction“. Insgesamt erzielte die Versteigerung einen bemerkenswerten Gesamterlös von über 8,1 Millionen US-Dollar, was das enorme globale Interesse an den Ursprüngen der modernen Technologie unterstreicht.
Der erste Apple-Scheck aus dem Jahr 1976, unterschrieben von Jobs und Wozniak
Bei dem „Celebration“-Prototyp handelt es sich um die früheste bekannte Apple-1-Platine, die aus Glasfaser gefertigt wurde. Als Vorproduktionsmodell spielte dieses Exemplar eine entscheidende Rolle bei der Überprüfung des Designs, bevor die kommerzielle Fertigung offiziell begann. Es markiert den historischen Übergang, in dem sich Apple von einem experimentellen Garagenprojekt zu einem marktfähigen Unternehmen entwickelte. Technisch unterscheidet sich diese spezifische Platine deutlich von den späteren Serienmodellen. Anstelle der kostengünstigeren Komponenten von Texas Instruments wurden hier hochwertige Robinson-Nugent-Sockel verwendet, die mittels Wellenlötverfahren befestigt wurden. Zudem kamen zwei silberne Sprague-Atom-Kondensatoren zum Einsatz, die keine spezielle Computer-Zertifizierung besaßen und lokal für erste Testzwecke beschafft wurden.
Die Authentizität dieses seltenen Sammlerstücks wurde im Mai 2016 durch den renommierten Apple-1-Experten Corey Cohen bestätigt, wobei im Dezember 2025 ergänzende Aktualisierungen an der Expertise vorgenommen wurden. Eine Besonderheit der Platine ist eine Modifikation am 74123-Timing-Schaltkreis, die vorgenommen wurde, um Probleme mit der DRAM-Aktualisierung zu beheben. Dies belegt, dass das Board intensiv zur Fehlerbehebung genutzt wurde, noch bevor die großflächige Produktion anlief. Dieser Prototyp entstand sogar vor jenen ersten 50 Maschinen, die Steve Jobs und Steve Wozniak für Paul Terrell und dessen Byte Shop anfertigten. Damit ist das „Celebration“-Board ein direkter Vorläufer der ersten Verkaufsmodelle und war ursprünglich niemals für den regulären Einzelhandel vorgesehen.
Ein weiteres zentrales Highlight der Auktion war der allererste Scheck von Apple, datiert auf den 16. März 1976. Das Dokument, welches die Originalunterschriften von Steve Jobs und Steve Wozniak trägt, wurde für 2.409.886 US-Dollar versteigert. Dieser Scheck mit der Nummer 1 wurde über die Wells Fargo Bank ausgestellt und belief sich auf einen Betrag von 500 US-Dollar. Empfänger war der Leiterplattendesigner Howard Cantin, der die ursprünglichen Schaltpläne von Wozniak in ein professionelles, produktionsreifes Format übertrug. Bobby Livingston, der exekutive Vizepräsident von RR Auction, bezeichnete diese Transaktion als das bedeutendste Finanzdokument in der gesamten Geschichte von Apple.
Neben diesen Spitzenlosen bot die Auktion insgesamt 142 verschiedene Artefakte an, die tiefe Einblicke in die Ära der Computerrevolution gewährten. Dazu gehörte unter anderem die persönliche Sammlung von John Chovanek, dem Stiefbruder von Steve Jobs. Zu den weiteren bemerkenswerten Exponaten zählten ein voll funktionsfähiger Apple Lisa-1 sowie ein originalverpacktes iPhone der ersten Generation. Diese Vielfalt an historischen Objekten verdeutlicht den kulturellen und technologischen Einfluss, den das Unternehmen seit seiner Gründung im Jahr 1976 auf die Welt ausgeübt hat und wie sehr diese frühen Relikte heute als wertvolle Kulturgüter geschätzt werden.
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