Akustische Reize im Schlaf steigern gezielt kreative Problemlösung

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Neue Forschungsergebnisse der Northwestern University belegen, dass Träume aktiv ungelöste kognitive Herausforderungen bearbeiten und zur Lösungsfindung beitragen können. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis der nächtlichen Gehirnaktivität über die reine Gedächtniskonsolidierung hinaus und positionieren den Schlaf als Werkzeug zur kognitiven Optimierung.

Die Wissenschaftler wandten die Methode der Gezielten Gedächtnis-Reaktivierung (Targeted Memory Reactivation, TMR) während der REM-Schlafphase an, um den Trauminhalt gezielt zu beeinflussen. Hierbei wurden spezifische Töne eingespielt, die zuvor mit komplexen Aufgaben verknüpft waren, an denen die Studienteilnehmer zuvor gescheitert waren. Diese kontrollierte akustische Stimulation erfolgte erst nach Bestätigung der Tiefschlafphase und erwies sich als wirksam, um den Trauminhalt zu modulieren. Die Studie untermauert die Empfänglichkeit des Gehirns für externe Signale während des Schlafs, was neue Wege zur Stimulierung kreativen Potenzials eröffnet.

Die Anwendung dieser TMR-Technik führte zu einer signifikanten Steigerung der kreativen Lösungsraten nach dem Erwachen der Probanden. Konkret konnten 42 Prozent der Aufgaben, die sich in den Träumen der Teilnehmer widerspiegelten, erfolgreich gelöst werden. Im direkten Vergleich lag die Lösungsquote für Aufgaben, die keinen Eingang in die nächtliche Traumwelt fanden, bei lediglich 17 Prozent. Diese Diskrepanz unterstreicht das Potenzial, den Traumzustand als Weg zur kognitiven Steigerung zu nutzen, und untermauert wissenschaftlich die Annahme, „darüber zu schlafen“.

Die Forscher nutzten akustische Reize, um den natürlichen Prozess der spontanen Reaktivierung lernassoziierter neuronaler Muster im Schlaf zu lenken. Während TMR generell zur Stärkung deklarativer und prozeduraler Erinnerungen eingesetzt wird, fokussierte diese Untersuchung auf die REM-Phase, um den Einfluss auf kreative Problemlösung zu untersuchen. Die Kohorte umfasste 42 Probanden, die mit ungelösten Rätseln konfrontiert wurden, wobei die Töne gezielt während des REM-Schlafs abgespielt wurden. Die bewusste Beeinflussung des Trauminhalts stellt einen Fortschritt in der Erforschung des Beitrags des Schlafs zum kreativen Denken dar und rückt die Nutzung des Schlafs als kognitives Optimierungswerkzeug in den Vordergrund.

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Quellen

  • Mignews

  • Northwestern Now

  • GeneOnline AI

  • The Debrief

  • Earth.com

  • About - Ken Paller

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