Konzept des Joyspan: Freude als zentrale Lebenskompetenz nach Dr. Kerry Burnight

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Konzept des Joyspan: Freude als zentrale Lebenskompetenz nach Dr. Kerry Burnight-1

Das Konzept des Joyspan etabliert sich als ein fundamentaler Pfeiler innerhalb der positiven Psychologie. Es wird als die inhärente Fähigkeit definiert, Freude über die gesamte Lebensspanne hinweg aktiv zu erzeugen, aufrechtzuerhalten und auszudehnen. Die Begrifflichkeit wurde von Dr. Kerry Burnight geprägt, die Freude von der flüchtigen Glückseligkeit, die von äußeren Umständen abhängt, abgrenzt. Sie kontextualisiert Freude stattdessen als eine innere Fertigkeit, die tägliche Übung erfordert.

Diese Fokussierung ist von entscheidender Bedeutung, da positive Emotionen nachweislich psychische Puffer aufbauen. Dies steht im Einklang mit der Broaden-and-Build-Theorie, die besagt, dass positive Gefühle das Bewusstsein erweitern und dauerhafte psychologische Ressourcen, wie Resilienz, akkumulieren. Der Joyspan-Ansatz legt den Schwerpunkt auf die Entwicklung innerer Stärke, um Herausforderungen des Lebens widerstandsfähig begegnen zu können, anstatt Schwierigkeiten zu ignorieren oder zu verdrängen.

Personen, die im Leben florieren, praktizieren konsequent die sogenannten „Core Four“-Gewohnheiten: Wachsen (Grow), Verbinden (Connect), Anpassen (Adapt) und Geben (Give). Dr. Burnight, bekannt als „Amerikas Gerontologin“, lehrte neunzehn Jahre lang Geriatrische Medizin und Gerontologie an der University of California, Irvine School of Medicine. Sie betont, dass Langlebigkeit nicht nur eine Frage der Lebensspanne oder der Gesundheitsspanne ist, sondern primär von der Qualität des gelebten Lebens, dem „Joyspan“, abhängt.

Die Broaden-and-Build-Theorie, entwickelt von Barbara Fredrickson um 1998, untermauert diesen Ansatz. Sie erklärt, wie positive Emotionen wie Freude, Interesse oder Zufriedenheit das momentane Gedanken- und Handlungsspektrum erweitern. Während negative Emotionen wie Angst das Repertoire auf eng definierte Überlebensreaktionen verengen, fördern positive Gefühle die Entdeckung neuer Ideen, sozialer Bindungen und kreativer Handlungen, welche wiederum dauerhafte persönliche Ressourcen aufbauen.

Die „Core Four“-Prinzipien sind als Verben konzipiert, da sie aktive Anstrengung erfordern. Dies bedeutet, dass Gedeihen im Alter kein Zufall oder Glück ist, sondern eine aktive Maximierung der Lebensqualität darstellt. „Wachsen“ beinhaltet die fortlaufende Expansion und Erkundung neuer Wissensgebiete oder Fähigkeiten, was Neugier erfordert, während „Verbinden“ die bewusste Investition in bestehende und neue soziale Beziehungen meint. „Anpassen“ bedeutet die flexible Reaktion auf herausfordernde oder sich ändernde Lebenssituationen, und „Geben“ impliziert das Teilen der eigenen Person durch kleine, freundliche Gesten, was ebenso dem Gebenden nützt.

Dr. Burnight arbeitet gemeinsam mit den Einsichten ihrer 95-jährigen Mutter Betty. Sie argumentiert, dass die Gesellschaft durch die Fokussierung auf Anti-Aging-Industrien das innere Wohlbefinden vernachlässigt hat. Sie stellt fest, dass Langlebigkeit zu 75 Prozent vom Lebensstil und nur zu 25 Prozent von der Genetik bestimmt wird. Dieser Befund unterstreicht die Notwendigkeit einer proaktiven Investition in die mentale Einstellung und Absicht zur Steigerung der Lebensqualität in allen Altersgruppen. Dieser ganzheitliche Ansatz zielt darauf ab, Leser von Angst zu gelassener Zuversicht zu führen, indem er Strategien für spezifische Herausforderungen des Älterwerdens bietet.

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Quellen

  • in.gr

  • Joyspan: The Art and Science of Thriving in Life's Second Half, by Dr. Kerry Burnight

  • TIME100 Health: Kerry Burnight

  • Broaden-and-build - Wikipedia

  • Broaden-and-Build Theory of Positive Emotions - PositivePsychology.com

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