Forschung bestätigt Lebensstilfaktoren in „Blue Zones“ für erhöhte Langlebigkeit

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die außergewöhnlich hohe Lebenserwartung in den weltweit bekannten „Blue Zones“, wie Sardinien und Okinawa. Diese geografischen Gebiete weisen eine signifikant höhere Konzentration von Hundertjährigen auf. Die Lebensweise dieser Gemeinschaften zeichnet sich durch moderate, in den Alltag integrierte körperliche Betätigung aus, beispielsweise durch Gartenarbeit oder alltägliche Verrichtungen. Dieser Ansatz unterscheidet sich von der kompensatorischen Fitnesskultur moderner Gesellschaften und belegt, dass organisch eingebettete Aktivität die Gesundheit nachhaltig fördert. So legen beispielsweise Schäfer in Sardinien täglich acht Kilometer mit ihren Tieren zurück, was die natürliche Bewegung dieser Bevölkerungsgruppen verdeutlicht.

Ein zentrales Ernährungspostulat dieser langlebigen Kulturen ist das Prinzip „Hara Hachi Bu“, die Empfehlung, nur zu essen, bis eine Sättigung von etwa 80 Prozent erreicht ist. Diese konfuzianische Weisheit verhindert effektiv die Überernährung, die in westlichen Gesellschaften verbreitet ist. Einwohner von Okinawa, wo dieses Prinzip stark verankert ist, nehmen durchschnittlich nur etwa 1800 bis 1900 Kilokalorien täglich zu sich. Dies führt zu einem Body Mass Index (BMI) zwischen 18 und 22, im Gegensatz zu einem Durchschnitt von 26 bis 27 bei über 60-Jährigen in den Vereinigten Staaten. Diese bewusste Mäßigung, die wenig Fleisch und stattdessen viel Obst und Gemüse umfasst, bildet einen Pfeiler ihrer Ernährungsgewohnheiten.

Für die Aufrechterhaltung der Vitalität ist die Pflege einer aktiven sozialen Rolle innerhalb der Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung. Dies mindert die gesundheitsschädlichen Risiken, die mit dem Verlust eines Lebenszwecks und sozialer Isolation verbunden sind. Starke soziale Netzwerke können die negativen Auswirkungen von Stress erheblich abmildern, indem sie emotionale Unterstützung bieten und Sorgen relativieren. Im Gegensatz dazu reduzieren Studien chronischen Stress, der die erwartete Lebensdauer signifikant verkürzt, was die psychische Belastung als wesentlichen Faktor für die körperliche Gesundheit hervorhebt.

Der wissenschaftliche Konsens betont, dass die Muster der Langlebigkeit in den Blue Zones primär auf anpassbaren Lebensstilentscheidungen beruhen und nicht ausschließlich auf genetischen Prädispositionen. Die fortschreitende Modernisierung hat bereits in einigen dieser Gebiete zu einer Abschwächung der positiven Langlebigkeitstrends geführt. Der US-Journalist Dan Buettner machte den Begriff „Blue Zones“ im November 2005 im National Geographic Magazin populär und identifizierte ursprünglich fünf Regionen, darunter neben Okinawa und Sardinien auch die Nicoya-Halbinsel in Costa Rica, Ikaria in Griechenland und Loma Linda in Kalifornien. Die ursprüngliche Bezeichnung entstand, als Forscher diese Dörfer mit einem blauen Stift auf einer Karte markierten. Die Betonung liegt auf der Übertragbarkeit dieser Gewohnheiten, da die einfache, naturverbundene Lebensweise, die durch den Verzehr von Lebensmitteln aus eigenem Anbau gekennzeichnet ist, einen vor-modernen Lebensstil widerspiegelt, den jeder adaptieren kann, um die allgemeine Gesundheitsspanne zu verlängern. Dies schließt bewusste Auszeiten vom hektischen Alltag zur Gewährleistung der körperlichen Regeneration ein.

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Quellen

  • Diario La Gaceta

  • Health

  • Beehiiv

  • Belfast Live

  • BMJ Open

  • VegNews

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