Venezuela droht Fluggesellschaften mit Entzug der Lizenzen bei Nichtaufnahme des Flugbetriebs
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Das venezolanische Verkehrsministerium hat am Dienstag, dem 25. November 2025, den internationalen Fluggesellschaften, die ihren Betrieb im Land eingestellt haben, ein Ultimatum gestellt. Die Forderung lautet auf unverzügliche Wiederaufnahme sämtlicher Flüge. Sollte dieser Anweisung nicht Folge geleistet werden, droht der Entzug der gültigen Fluglizenzen für den venezolanischen Luftraum. Die Regierung in Caracas setzte eine knappe Frist: Die Airlines hatten weniger als 48 Stunden Zeit, um dieser Anordnung nachzukommen, wobei die Deadline auf Mittwoch, den 26. November 2025, um 12:00 Uhr Ortszeit festgelegt wurde.
Auslöser dieser Eskalation war eine offizielle Mitteilung (NOTAM), die die US-amerikanische Federal Aviation Administration (FAA) am Freitag, dem 21. November 2025, herausgegeben hatte. In dieser Warnung wurde auf eine verschärfte Sicherheitslage, erhöhte militärische Aktivitäten sowie auf festgestellte Störungen durch elektronische Gegenmaßnahmen im Flugverkehrsinformationsgebiet Maiquetía (Maiquetía FIR) hingewiesen. Als direkte Konsequenz dieser Warnung stellten mehrere bedeutende internationale Carrier – darunter Iberia, TAP Air Portugal, Avianca, GOL, LATAM, Caribbean Airlines und Turkish Airlines – ihre Operationen in Caracas ein oder schränkten diese vorübergehend stark ein.
Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) äußerte sich zu der Situation und betonte, dass die Entscheidungen der Fluggesellschaften lediglich temporäre, technische Maßnahmen zur Risikominimierung darstellen. Parallel dazu bekräftigten die beiden nationalen Fluggesellschaften, Conviasa und Estelar, ihre Absicht, ihre regulären Flugpläne weiterhin zu bedienen. Per Stand vom 25. November 2025 wurde der internationale Luftverkehr nach Venezuela nur noch von vier ausländischen Betreibern aufrechterhalten: Copa Airlines aus Panama, Wingo aus Kolumbien, Boliviana de Aviación aus Bolivien sowie Satena, ebenfalls aus Kolumbien.
Dieser Konflikt entfaltet sich vor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden geopolitischen Lage, die bereits im August 2025 mit der Entsendung einer US-Marine-Einsatzgruppe unter Führung des Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford in die Karibik begann. Ein zusätzlicher Risikofaktor stellte die Erklärung der US-Administration dar, eine mit Präsident Nicolás Maduro verbundene Organisation als ausländische Terrororganisation einzustufen. Dies führte seit September 2025 zu militärischen Operationen des Pentagon, wie beispielsweise „Southern Spear“, die sich gegen mutmaßliche Drogenschiffe richteten. Caracas wertet diese Manöver als Vorwand für einen Regimewechsel, was wiederum eine landesweite Mobilisierung der venezolanischen Streitkräfte nach sich zog.
Das venezolanische Nationale Institut für Zivilluftfahrt (INAC) übermittelte die Forderung an alle ausgesetzten Fluggesellschaften, einschließlich der spanischen Carrier Air Europa und Plus Ultra. Während Iberia eine Aussetzung zumindest bis zum 1. Dezember bekannt gab, strich Turkish Airlines ihre Flüge bis zum 28. November und leitete Passagiere über Drehkreuze wie Bogotá, Panama oder Havanna um. Die gesamte Angelegenheit stellt einen direkten Konflikt zwischen den souveränen regulatorischen Vorgaben Venezuelas und den internationalen Standards der Flugsicherheit dar. Das Ultimatum der Regierung verknüpft die durch externe Warnungen bedingten Betriebspausen unmittelbar mit dem drohenden Verlust der Betriebserlaubnisse.
Quellen
مشرق نیوز
The Tico Times
AeroMorning
AVweb
PYOK
Türkiye Today
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