Nach dem Iran nun Kuba? Die Trump-Administration verschärft den Druck auf Havanna nach dem Stopp venezolanischer Öllieferungen
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Stand 6. März 2026 zeigt die Regierung von US-Präsident Donald Trump eine unmissverständliche Entschlossenheit, einen politischen Systemwechsel auf Kuba herbeizuführen. Als Katalysator dienen hierbei die jüngsten geopolitischen Erschütterungen im karibischen Raum. In einem Interview mit dem Sender CNN am 6. März erklärte Trump, dass Kuba „schon bald fallen“ werde. Er betonte zudem, dass er Außenminister Marco Rubio bereits mit der Führung der entsprechenden Verhandlungen beauftragt habe. Laut Trump signalisiere die kubanische Führung nach fünf Jahrzehnten der Konfrontation nun ein massives Interesse an einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten.
Die Beschleunigung dieser Dynamik ist primär auf die verheerende Wirtschaftskrise auf der Insel zurückzuführen. Diese verschärfte sich drastisch durch die US-Militäroperation „Operation Absolute Resolve“ am 3. Januar 2026. Im Zuge dieses Einsatzes wurde der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen und in die USA überführt, was einen sofortigen Stopp der Öllieferungen aus Venezuela nach Kuba zur Folge hatte. Seit Beginn der 2000er Jahre fungierte Venezuela als zentraler Energielieferant für den Inselstaat. Allein zwischen Januar und November 2025 wurden durchschnittlich 27.000 Barrel pro Tag geliefert, was rund 50 Prozent des kubanischen Ölbedarfs deckte. Der Wegfall dieser Ressourcen stellt einen massiven Schlag für die energetische und wirtschaftliche Stabilität Kubas dar.
Weiterer wirtschaftlicher Druck wurde am 29. Januar 2026 aufgebaut, als Präsident Trump ein Dekret unterzeichnete, das Strafzölle gegen alle Staaten vorsieht, die Öl an Kuba verkaufen oder liefern. Diese Maßnahme zielt darauf ab, jegliche Treibstofftransfers auf die Insel vollständig zu unterbinden. Dies führte bereits zu erheblichen Spannungen bei internationalen Lieferanten; so stellte beispielsweise Mexiko seine Exporte unter dem Druck drohender US-Zölle ein. Außenminister Marco Rubio, der für seine kompromisslose Haltung bekannt ist, fungiert in diesem Szenario als Hauptarchitekt dieser „neuen Phase der Beziehungen“.
Die Kampagne des maximalen Drucks schürt jedoch auch wachsende Sorgen über eine drohende humanitäre Katastrophe auf der Insel. Berichte über flächendeckende Stromausfälle und einen akuten Mangel an Flugbenzin häufen sich. Europäische Diplomaten hatten bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass eine solche Eskalation die rund 10 Millionen Einwohner Kubas in eine existenzielle Krise stürzen könnte. Die soziale Stabilität des Landes hängt am seidenen Faden, während die Versorgungslage immer prekärer wird.
Inmitten dieser Spannungen hatten die Vereinigten Staaten zuvor die Bereitstellung von humanitärer Hilfe in Höhe von 6 Millionen US-Dollar angekündigt. Diese Mittel sind für die Bewältigung der Folgen des Hurrikans Melissa vorgesehen. Bemerkenswert ist hierbei der Verteilungsweg: Die Gelder werden über kirchliche Organisationen geleitet, um die kubanische Regierung bewusst zu umgehen. Dies unterstreicht die Strategie Washingtons, die staatlichen Strukturen in Havanna zu schwächen und gleichzeitig direkten Einfluss auf die Zivilgesellschaft zu nehmen.
Die Trump-Administration betrachtet den Sturz der kubanischen Führung als eines ihrer vorrangigen außenpolitischen Ziele. Angesichts der verzweifelten Lage auf der Insel deutete Trump mehrfach die Möglichkeit eines baldigen „Regimesturzes“ an. Dennoch bleibt die Prioritätensetzung in Washington klar definiert: Zunächst soll die Situation mit dem Iran zum Abschluss gebracht werden, bevor das Weiße Haus seine volle Aufmerksamkeit und seine diplomatischen sowie wirtschaftlichen Ressourcen auf die Karibik konzentriert.
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Quellen
DiarioDigitalRD
2026 United States intervention in Venezuela - Wikipedia
Trump threatens tariffs on countries that sell oil to Cuba - CBS News
Donald Trump suggests Cuba will fall 'soon', says 'will put Rubio over there' - The Times of India
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