Weltbank bewilligt 500 Millionen US-Dollar zur Reduzierung der Luftverschmutzung in Nepal
Bearbeitet von: Aleksandr Lytviak
Die Weltbank hat am 27. März 2024 einen Darlehenskonsolidierung in Höhe von umgerechnet 500 Millionen US-Dollar für das „Nepal Clean Air and Prosperity Project“ (CAP) genehmigt. Dieses umfangreiche Finanzierungspaket, das auch Mittel der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA) beinhaltet, zielt darauf ab, die signifikante Luftverschmutzung im Land, insbesondere die Emissionen von Feinstaub (PM2.5) aus industriellen und kommerziellen Quellen, zu mindern. Die Maßnahme adressiert die ernste Umweltproblematik in Nepal, wo Luftverschmutzung als der größte Risikofaktor für Todesfälle und Behinderungen gilt.
Die Kernziele des Projekts umfassen tiefgreifende politische Reformen in den Sektoren Energie und Transport, um eine saubere und widerstandsfähige Wirtschaftsentwicklung zu fördern. Die Finanzierung wird durch Beiträge des Vereinigten Königreichs über das Foreign, Commonwealth & Development Office (FCDO) sowie der Schweizer Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (SDC) ergänzt, was die multilaterale Unterstützung unterstreicht. Die Weltbank prognostiziert, dass diese strukturellen Eingriffe den jährlichen Bruttoinlandsproduktverlust (BIP) Nepals, der derzeit durch schlechte Luftqualität verursacht wird, um sechs Prozent reduzieren werden.
David Sislen, Geschäftsbereichsleiter für die Malediven, Nepal und Sri Lanka bei der Weltbank, betonte, dass die Luftverschmutzung eine erhebliche wirtschaftliche Belastung darstellt, die jährlich über sechs Prozent des BIP durch Gesundheitskosten und verlorene Arbeitsproduktivität kostet. Die Umsetzung des Projekts obliegt mehreren nepalesischen Institutionen, darunter das Department of Industry unter dem Ministerium für Industrie, Handel und Versorgung sowie das Department of Environment unter dem Ministerium für Forsten und Umwelt. Die Rastriya Banijya Bank wird die Funktion der Abwicklungsbank für die Finanzierungseinrichtung für saubere Technologien übernehmen.
Ein zentraler Pfeiler des CAP-Projekts ist die Unterstützung von rund 400 Industrie- und Gewerbebetrieben bei der Umstellung auf umweltfreundlichere Technologien, wie elektrische oder moderne Biomassekessel und -öfen oder fortschrittliche Emissionskontrolltechnologien. Viele der betroffenen Anlagen in der Hauptstadt Kathmandu, die in Sektoren wie Lebensmittel und Getränke, Textilien, Chemie, Pharmazie und Stahl tätig sind, nutzen derzeit Brennstoffe wie Diesel, Öl, Holz, Reishülsen, Pellets und Kohle. Martin Heger, Senior Environmental Economist der Weltbank für die Südasienregion, merkte an, dass hohe Anfangsinvestitionskosten und begrenzter Zugang zu langfristiger Finanzierung die Einführung sauberer Technologien in Nepal bisher einschränkten.
Die geografischen Schwerpunkte des Projekts liegen auf dem Kathmandu-Tal und der Terai-Region, die als Hotspots der Luftverschmutzung gelten, wobei die Topographie des Tals die Schadstoffverteilung erschwert. Die Luftverschmutzung reduziert die durchschnittliche Lebenserwartung eines Nepali um 3,4 Jahre und ist für schätzungsweise 26.000 vorzeitige Todesfälle jährlich verantwortlich. Die Begleitmaßnahmen umfassen die Stärkung des Qualitätsmanagements für Luftqualität durch den Ausbau von Überwachungsstationen sowie die Verbesserung der Governance und Durchsetzung von Vorschriften. Die langfristige Vision Nepals sieht die Erreichung von „Netto-Null“-Emissionen bis 2045 und die Erfüllung der COP26-Zusage vor, 15 Prozent der Energie aus sauberen Quellen zu beziehen.
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Quellen
Online Khabar
Mirage News
The Himalayan Times
Ratopati
World Bank Document
NepaleKhabar.com
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