NASA beendet Crew-11 Mission von der ISS vorzeitig wegen medizinischer Notwendigkeit eines Astronauten

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Am 8. Januar 2026 gab die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA (National Aeronautics and Space Administration) bekannt, dass die Besatzung der Crew-11 Mission von der Internationalen Raumstation (ISS) vorzeitig zur Erde zurückkehren muss. Grund hierfür ist das Auftreten eines medizinischen Zustands bei einem der vier Besatzungsmitglieder. Dieser Vorfall markiert einen historischen Moment in der Geschichte bemannter US-Raumfahrt, da erstmals eine Mission aufgrund der Notwendigkeit einer umfassenden Diagnose und Behandlung am Boden verkürzt wird. Das gesundheitliche Problem trat bereits am 7. Januar 2026 auf, was unmittelbar zur Absage eines für den Folgetag geplanten Außenbordeinsatzes führte.

NASA-Administrator Jared Isaacman und der leitende Mediziner Dr. James Polk bestätigten, dass die ISS zwar über Einrichtungen zur Erstversorgung verfügt, diese jedoch für eine abschließende Diagnose und die erforderliche Therapie nicht ausreichen. Der betroffene Astronaut befindet sich in einem stabilen Zustand, und die Situation wird nicht als Notfall-Evakuierung eingestuft. Dies unterstreicht den präventiven Charakter der getroffenen Maßnahmen. Die Crew-11 war am 1. August 2025 an Bord des SpaceX Crew Dragon Raumschiffs gestartet. Ursprünglich war ein Standardaufenthalt von sechs bis acht Monaten vorgesehen, mit einer geplanten Rückkehr um den Mai 2026 oder, nach späteren Angaben, Ende Februar 2026.

Die Crew-11 besteht aus Kommandantin Zena Cardman (NASA), Pilot Mike Finke (NASA), Missionsspezialistin Kimiya Yui (JAXA) und Missionsspezialist Oleg Platonov (Roskosmos). Der abgesagte Weltraumspaziergang am 8. Januar hätte der Installation von Ausrüstung für ein neues, entfaltbares Solarmodul dienen sollen – ein wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur der Raumstation. Aktuell befinden sich auf der ISS auch die NASA-Astronautin Chris Williams sowie die russischen Kosmonauten Sergej Mikaev und Sergej Kud-Swertschkow, die am 27. November 2025 mit einem Sojus-Raumschiff angereist waren.

Nach der Rückkehr der Crew-11 werden vorübergehend nur drei Besatzungsmitglieder auf der Station verbleiben. Dies erfordert von der NASA eine Beschleunigung des Zeitplans für die nächste planmäßige Mission. Die Entscheidung zur vorzeitigen Rückführung wurde nach eingehenden Beratungen getroffen und fällt in den Bereich der bestehenden Notfallpläne. Dr. Polk betonte, dass die medizinische Ausrüstung im orbitalen Labor keineswegs mit den Möglichkeiten einer irdischen Notaufnahme vergleichbar sei; die Ungewissheit bezüglich der Diagnose sei ein entscheidender Faktor gewesen. Die NASA hält sich strikt an ihre Datenschutzrichtlinien und macht weder Angaben zur Identität des erkrankten Astronauten noch zur genauen Art seiner Beschwerden.

Die NASA stimmt sich derzeit mit SpaceX ab, um eine kontrollierte Rückkehr des Crew Dragon Raumschiffs in den kommenden Tagen zu organisieren. Die Vorbereitung der Ersatzmission Crew-12, zu der die Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway gehören werden, ist für Mitte Februar 2026 angesetzt. Dies stellt den zwölften Rotationsflug im Rahmen des Commercial Crew Program der NASA dar. Administrator Isaacman versicherte, dass dieser Zwischenfall keine Auswirkungen auf die Artemis II Mission haben werde, die einen Vorbeiflug am Mond vorsieht. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die inhärenten Risiken langfristiger Weltraummissionen und die logistischen Herausforderungen bei der Betreuung von Besatzungen unter Isolationsbedingungen.

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Quellen

  • VietnamPlus

  • The Guardian

  • Space.com

  • Reuters

  • SpacePolicyOnline.com

  • Space.com

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