EU verhängt Sanktionen gegen russische Beamte wegen Repressionen zeitgleich mit Ehrung einer Aktivistin
Bearbeitet von: Svetlana Velgush
Am 22. Dezember 2025 hat die Europäische Union eine neue Runde restriktiver Maßnahmen in Kraft gesetzt. Diese zielen gezielt auf den russischen Staatsanwalt Ljudmila Balandina und den Richter Dmitri Gordejew ab. Laut einer offiziellen Mitteilung des EU-Außenministeriums werden diese Personen für schwere Menschenrechtsverletzungen, die Unterdrückung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Opposition in Russland sowie für die Aushöhlung grundlegender Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit verantwortlich gemacht.
Estland hatte bereits im Oktober 2025 eigene staatliche Sanktionen gegen Balandina und Gordejew erlassen, welche unter anderem ein Einreiseverbot für das estnische Hoheitsgebiet umfassten. Diese jüngsten EU-Maßnahmen bauen auf diesen früheren Schritten auf und signalisieren eine klare Haltung gegenüber den Verantwortlichen für solche Vorgehensweisen.
Der estnische Außenminister Margus Tsahkna betonte, dass die aktuellen restriktiven Schritte der EU belegen, dass politisch motivierte Anschuldigungen gegen europäische Bürger unmittelbare und direkte Konsequenzen für die Täter nach sich ziehen. Tsahkna hob hervor, dass Balandina und Gordejew die Hauptverantwortung für die gerichtliche Verfolgung von Maria Smorschewskich-Smirowa und anderen Menschenrechtsverteidigern tragen. Diese Sanktionen setzen eine Eskalationsspirale des Drucks fort, die bereits Anfang 2025 begann, insbesondere im Oktober und November, als Personen im Zusammenhang mit den Fällen Alexei Gorinow und Wiktor Roschtschin ins Visier genommen wurden.
Parallel zur Einführung der Sanktionen würdigte die EU die Arbeit zivilgesellschaftlicher Akteure. So wurde Maria Smorschewskich-Smirowa am 12. November 2025, dem 107. Jahrestag des estnischen Außenministeriums, mit der Auszeichnung des estnischen Außenministeriums für „Verdienste um den Schutz europäischer Werte und den Widerstand gegen die russische Aggression“ geehrt. Bereits im Mai 2025 hatte Smorschewskich-Smirowa, die den Doktortitel in Kulturwissenschaften von der Universität Tallinn besitzt, den Titel „Europäerin des Jahres“ für die Verteidigung europäischer Ideale erhalten. Dies stand unter anderem im Zusammenhang mit einer Aktion in der Nacht zum 9. Mai 2025, als ein Plakat mit der Aufschrift „Putin ist ein Kriegsverbrecher“ an der Mauer der Narva-Festung angebracht wurde.
Russische Quellen wiederum führen an, dass Smorschewskich-Smirowa in den Jahren 2023, 2024 und 2025 die Anbringung von Plakaten mit dem Bild des russischen Präsidenten und Texten über angebliche Kriegsverbrechen unterstützt haben soll. Im September 2025 verurteilte das Moskauer Stadtgericht Maria Smorschewskich-Smirowa in Abwesenheit zu zehn Jahren Haft in einer Strafkolonie allgemeiner Ordnung wegen der „Verbreitung von Falschnachrichten“ über die russische Armee und der „Rehabilitierung des Nationalsozialismus“. Darüber hinaus wurde sie bereits im Januar 2025 vom russischen Innenministerium auf die Fahndungsliste gesetzt. Bemerkenswert ist, dass der Rat des Narva-Museums im November 2025 die Amtszeit Smorschewskich-Smirowas als Direktorin um weitere fünf Jahre verlängerte; der neue Vertrag beginnt am 1. Februar 2026.
Die allgemeine Entwicklung in der EU im Jahr 2025 zeigt eine deutliche Verschärfung des Sanktionsregimes. Dies wird auch durch die jüngste Verlängerung der Wirtschaftssanktionen des EU-Rates gegen Russland bis zum 31. Juli 2026 untermauert. Minister Tsahkna sprach sich konsequent für die Einführung weiterer Sanktionspakete aus und forderte die Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte. Am selben Tag, dem 22. Dezember 2025, setzte die EU Russland zudem auf die Liste der Hochrisikoländer im Bereich Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, wodurch es in eine Reihe mit Jurisdiktionen wie Afghanistan und Venezuela gestellt wird. Diese gebündelten Maßnahmen spiegeln die Haltung Brüssels zur aktuellen geopolitischen Lage wider.
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Quellen
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Rus.Postimees.ee
ERR
47Channel
Tribuna.ee
РБК Украина
European Commission
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РБК Украина
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