EU und Usbekistan besiegeln strategische Partnerschaft mit neuem Abkommen in Brüssel
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 24. Oktober 2025 fand in Brüssel die Unterzeichnung des Erweiterten Partnerschafts- und Kooperationsabkommens (EPCA) zwischen der Europäischen Union und Usbekistan statt. Dieses weitreichende Dokument ersetzt die Vereinbarung von 1996 und etabliert eine neue Ära der Zusammenarbeit, die über den reinen Handel hinausgeht und strategische Bereiche wie Cybersicherheit, Terrorismusbekämpfung und die Sicherung kritischer Rohstoffe umfasst. Die Zeremonie wurde von hochrangigen Vertretern beider Seiten begleitet, darunter die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, die damit das gemeinsame Engagement für regionale Stabilität und die Gestaltung globaler Lieferketten bekräftigten.
Das EPCA bildet eine umfassende rechtliche Grundlage für den Dialog und adressiert explizit die Prävention hybrider Bedrohungen unter Betonung der Einhaltung des Völkerrechts. Ein zentraler Aspekt der neuen Allianz ist die Kooperation bei kritischen Rohstoffen, die für Europas digitale und grüne Transformation unabdingbar sind. Die EU strebt an, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren, was durch das 2024 verabschiedete Gesetz über kritische Rohstoffe (CRMA) untermauert wird, welches vorsieht, bis 2030 mindestens 40 Prozent der benötigten Rohstoffe im Inland zu verarbeiten. Usbekistan verfügt über 87 Lagerstätten dieser strategisch wichtigen Materialien.
Diese strategische Neuausrichtung baut auf früheren Vereinbarungen auf, wie dem Memorandum of Understanding von 2024, und wird durch Diskussionen über die „Global Gateway“-Initiativen ergänzt. Die Verbesserung der Konnektivität durch Korridore wie den Transkaspischen Verkehrskorridor soll neue Handelswege zwischen Asien und Europa eröffnen. Die Unterzeichnung folgt auf den EU-Zentralasien-Gipfel vom 4. April 2025 in Samarkand, bei dem die EU ihre Investitionen als Alternative zur chinesischen „Neuen Seidenstraße“ präsentierte.
Die Handelsbeziehungen zwischen Usbekistan und der EU summierten sich in den letzten sieben Jahren auf 54 Milliarden Euro, wobei europäische Investitionen in Usbekistan etwa 40 Milliarden Euro ausmachen. Für Usbekistan bedeutet das EPCA den erleichterten Zugang zu EU-Märkten im Rahmen des GSP+-Systems, was die Modernisierung wichtiger Wirtschaftssektoren unterstützen soll. Die Verhandlungen zu diesem Abkommen zogen sich über zehn Runden von Februar 2019 bis Juni 2022 hin. Die gesamte zentralasiatische Region, die über erhebliche globale Reserven an Manganerz (38,6 Prozent) und Chrom (30,07 Prozent) verfügt, steht im Fokus des geopolitischen Wettbewerbs um die Versorgungssicherheit für grüne Technologien.
Quellen
Deutsche Welle
European Commission Press Release
Council of the European Union Press Release
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