Elon Musk kündigt „Terafab“ an: Tesla plant eigene Gigafabrik für KI-Halbleiter
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Am 14. März 2026 setzte Tesla-CEO Elon Musk ein deutliches Zeichen für die technologische Unabhängigkeit seines Unternehmens, indem er das Projekt „Terafab“ offiziell ankündigte. Ziel dieser Initiative ist die Errichtung einer massiven internen Produktionsstätte, die speziell auf die Fertigung von Chips für künstliche Intelligenz ausgelegt ist. Musk unterstrich die Dringlichkeit dieses Vorhabens mit der Information, dass der Startschuss für die Umsetzung bereits innerhalb von sieben Tagen nach der Bekanntgabe erfolgen soll. Damit strebt Tesla eine lückenlose vertikale Integration im Halbleitersektor an, um die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette zu gewinnen.
Die Entscheidung für „Terafab“ ist primär eine Reaktion auf den rasant wachsenden Hunger des Unternehmens nach fortschrittlichen Prozessoren, die für autonomes Fahren und komplexe Robotik-Anwendungen unverzichtbar sind. Gleichzeitig adressiert Tesla damit die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten, die die globalen Lieferketten bedrohen. Das Projekt ist als hochmodernes Kombinationswerk konzipiert, das die Herstellung von Logikchips, Speichereinheiten und modernsten Packaging-Verfahren unter einem Dach vereint. Durch diesen Schritt transformiert sich Tesla zu einem Integrated Device Manufacturer (IDM). Musk hatte bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Kapazitäten externer Fertigungspartner langfristig kaum ausreichen werden, um den prognostizierten Eigenbedarf des Unternehmens zu decken.
Hinsichtlich der Produktionsleistung setzt die geplante „Terafab“ ambitionierte Maßstäbe: Angestrebt wird ein initialer Ausstoß von mehr als 100.000 Waferstarts pro Monat (WSPM), mit dem Potenzial, diese Kapazität auf bis zu eine Million WSPM zu skalieren. Zum Vergleich: Der Branchenprimus TSMC erreicht an all seinen weltweiten Standorten zusammen etwa 1,42 Millionen WSPM. Diese strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund von Verzögerungen bei externen Dienstleistern. So wird die Massenfertigung des AI5-Chips erst für das Jahr 2027 erwartet, was Auswirkungen auf das für April 2026 geplante Cybercab hat, welches nun vorerst mit AI4-Chips ausgestattet wird. Auch die Entwicklung des AI6-Chips, der die Performance des AI5 verdoppeln soll, verschob sich aufgrund technischer Hürden bei der 2-Nanometer-Fertigungslinie von Samsung Electronics auf das Ende des Jahres 2027.
Obwohl Tesla derzeit noch massiv auf Zulieferer wie TSMC und Samsung Electronics angewiesen ist, wurde im Kontext von „Terafab“ auch eine mögliche Zusammenarbeit mit Intel ins Gespräch gebracht. Für Elon Musk bleibt die eigene Produktion jedoch der Schlüssel, um die Weiterentwicklung des Optimus-Roboters und des Full Self-Driving (FSD) Systems ohne externe Engpässe voranzutreiben. Die AI5-Chips, die exakt auf die proprietäre Software von Tesla zugeschnitten sind, sollen eine überlegene Energieeffizienz bieten und kostengünstiger sein als Konkurrenzmodelle wie die Blackwell-Chips von Nvidia. Trotz des enormen Kapitalbedarfs spiegelt dieser Schritt das Bestreben führender Technologiekonzerne nach „Silizium-Souveränität“ wider – eine Strategie, die für Tesla zur existenziellen Voraussetzung geworden ist, um das gewohnte Innovationstempo beizubehalten.
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Quellen
Reuters
Mint
Mighty Voice Broadcasting LLC
Investing.com
StreetInsider
Astute Group
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