Будущее хранения данных
Microsofts Project Silica: Die Vision der Datenspeicherung für die Ewigkeit auf Glas
Bearbeitet von: Tetiana Pin
Im Rahmen der Initiative „Project Silica“ hat der Technologiekonzern Microsoft bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung von Speichermedien für die extrem langfristige Archivierung erzielt. Wie aus Veröffentlichungen in der Fachzeitschrift Nature vom Februar 2026 hervorgeht, ist es das erklärte Ziel des Projekts, digitale Informationen über einen Zeitraum von etwa 10.000 Jahren unverändert zu bewahren. Dieser technologische Durchbruch adressiert ein kritisches Problem der modernen Informationstechnik: Die begrenzte Haltbarkeit herkömmlicher magnetischer Speichermedien, die oft bereits nach zehn Jahren degradieren und zudem eine kontinuierliche, energieintensive Kühlung erfordern, um Datenverluste zu vermeiden.
Проект Silica компании Microsoft добился прорыва в области хранения данных, разработав систему хранения на стекле
Ein entscheidender Meilenstein in der Entwicklung war der strategische Wechsel des Trägermaterials. Bisher wurde auf kostspieliges Quarzglas, auch als geschmolzenes Siliziumdioxid bekannt, gesetzt, das weltweit nur von einer sehr begrenzten Anzahl spezialisierter Hersteller bezogen werden kann. Microsoft ist es nun gelungen, dieses durch deutlich wirtschaftlicheres Borosilikatglas zu ersetzen. Dieses Material ist weithin bekannt durch seine Verwendung in robusten Laborgeräten und hitzebeständigem Kochgeschirr. Durch den Übergang zu diesem in großen Mengen verfügbaren Werkstoff wird eine wesentliche Hürde für die Kommerzialisierung beseitigt, da sowohl die Materialkosten als auch die logistischen Herausforderungen bei der Beschaffung drastisch sinken.
Die Leistungsfähigkeit dieses neuen Mediums ist beeindruckend und unterstreicht das Potenzial für industrielle Anwendungen. Auf einer quadratischen Glasplatte mit den Abmessungen von 120 mm mal 120 mm und einer Dicke von lediglich 2 mm konnten die Forscher eine Datenmenge von bis zu 4,8 Terabyte sicher fixieren. Um diese enorme Zahl zu veranschaulichen: Das entspricht in etwa dem Inhalt von zwei Millionen gedruckten Büchern, die auf einer Fläche Platz finden, die kaum größer als eine herkömmliche CD-Hülle ist. Diese hohe Speicherdichte macht das Borosilikatglas zu einem idealen Kandidaten für die Bewältigung der weltweit rasant ansteigenden Datenmengen in globalen Rechenzentren.
Auch beim Auslesen der gespeicherten Informationen wurden signifikante technische Optimierungen vorgenommen. Zum Einsatz kommt hierbei eine polarisationsempfindliche Mikroskopie unter Verwendung von Standardlicht, während die Dekodierung der komplexen optischen Muster durch fortschrittliche Algorithmen der künstlichen Intelligenz erfolgt. Ein besonderer Erfolg liegt in der massiven Vereinfachung der benötigten Hardware: Während frühere Prototypen noch drei bis vier Kameras für den Lesevorgang benötigten, kommt das aktuelle System mit nur einer einzigen Kamera aus. Diese technische Reduktion führt nicht nur zu einer signifikanten Verringerung der Gesamtkosten, sondern ermöglicht auch eine wesentlich kompaktere Bauweise der Lesegeräte.
Nachdem die Phase der grundlegenden Forschung nun weitgehend abgeschlossen ist, richtet Microsoft einen deutlichen Appell an andere Organisationen und Industriepartner, gemeinsam an der Entwicklung eines marktreifen, kommerziellen Produkts zu arbeiten. Die Technologie wird primär als spezialisiertes Archiv für die Langzeitaufbewahrung im Kontext des globalen Datenwachstums positioniert. Zwar übertrifft die Haltbarkeit des Glases alle bisherigen Standards bei weitem, doch bei der reinen Schreibgeschwindigkeit liegt das System noch hinter aktuellen Magnetband-Lösungen wie LTO-10 zurück, die bis zu 400 MB/s ohne Kompression erreichen. Daher eignet sich Project Silica zum jetzigen Zeitpunkt vor allem für sogenannte „Cold Storage“-Szenarien, bei denen Daten sicher gelagert werden müssen, aber nur selten ein schneller Zugriff erforderlich ist.
Der Zeitplan für die praktische Umsetzung und Markteinführung steht bereits fest. Erste Pilotprojekte in spezialisierten Anwendungsbereichen sind für den Zeitraum zwischen 2025 und 2027 geplant. Eine breite kommerzielle Verfügbarkeit für die Archivierung in Unternehmen und Institutionen wird schließlich für die Jahre 2027 bis 2030 prognostiziert. Neben der extremen Langlebigkeit bietet die Technologie enorme Vorteile bei den Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership). Da die Notwendigkeit einer regelmäßigen, riskanten Datenmigration auf neue Medien entfällt und der Energieverbrauch für die Kühlung der Medien gegen Null geht, stellt Project Silica eine nachhaltige und ökonomisch attraktive Lösung für das digitale Erbe der Menschheit dar.
Quellen
Türkiye
OPIS
HotHardware
HotHardware
Technology News
Project Silica - Microsoft
