Artemis II: Softwareprobleme und mechanische Pannen im Orion-Raumschiff behoben

Bearbeitet von: Tetiana Pin

Kurz nach dem Start der Artemis II-Mission am 1. April 2026 vom Kennedy Space Center, Startrampe 39B, sah sich die vierköpfige Besatzung mit einer unerwarteten, aber alltäglichen technischen Störung konfrontiert. Die zehntägige bemannte Expedition um den Mond dient der rigorosen Erprobung kritischer Systeme für zukünftige Mondlandungen und Marsmissionen. Die Astronauten, darunter Kommandant Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch von der NASA sowie Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency (CSA), meldeten Probleme mit den Personal Computing Devices (PCDs) an Bord, die auf Microsoft Surface Pro basieren.

Konkret berichtete Kommandant Wiseman an die Flugleitung in Houston, dass zwei Instanzen der Anwendung Microsoft Outlook auf seinem Gerät nicht funktionierten. Diese kommerziell erhältliche Software wird für nicht-missionskritische Aufgaben wie Terminplanung und persönliche Kommunikation verwendet, während die primären Flugsysteme auf separater, strahlungsgehärteter Hardware laufen. Die Bodenmannschaft reagierte umgehend und leitete eine Fernwartung ein, um die Störung zu beheben. Die Bodenkontrolle in Houston konnte sich erfolgreich remote auf das PCD des Kommandanten zuschalten, um die Anomalie zu diagnostizieren und zu beheben.

Nach Abschluss der Fernwartung wurde der Besatzung mitgeteilt, dass die Outlook-Anwendungen zwar geöffnet werden konnten, jedoch erwartungsgemäß im „Offline“-Status verbleiben würden, da eine direkte Netzwerkverbindung im tiefen Weltraum nicht gegeben ist. Neben dem Outlook-Problem wurde auch ein separater, als „Optimus“ bezeichneter Softwarefehler angesprochen, der ebenfalls behoben werden konnte. Diese schnelle Fehlerbehebung unterstreicht die Robustheit der Unterstützung durch das Bodenpersonal und die diagnostischen Fernzugriffsmöglichkeiten der NASA.

Die Artemis II-Mission ist ein entscheidender Testlauf für das Orion-Raumschiff, dessen Europäisches Servicemodul (ESM-2), gebaut von Airbus im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Antrieb, Energie und lebenswichtige Versorgung bereitstellt. Das ESM-2 liefert 90 Kilogramm Sauerstoff und 240 Kilogramm Trinkwasser für die vier Astronauten und validiert damit erstmals die aktiven Lebenserhaltungssysteme im realen Einsatz. Die Mission sieht vor, dass die Crew am 6. April einen neuen Rekord für die größte von Menschen zurückgelegte Entfernung von der Erde aufstellen könnte, indem sie die Marke von Apollo 13 übertrifft.

Neben dem digitalen Ärgernis meldete die Besatzung auch ein mechanisches Problem mit dem Abfallentsorgungssystem der Orion-Kapsel, dessen Lüfter klemmte, was ebenfalls durch Bodenanweisungen behoben werden konnte. Diese Mischung aus hochkomplexen Flugsystemtests und banalen technischen Pannen humanisiert die Mission, die darauf abzielt, die Systeme für die geplante bemannte Landung am südlichen Pol des Mondes im Jahr 2028 zu qualifizieren. Die erfolgreiche translunare Injektion (TLI) fand bereits am 2. April statt und katapultierte Orion aus der Erdumlaufbahn in Richtung Mond.

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Quellen

  • It.dir.bg

  • Wikipedia

  • Space.com

  • The Guardian

  • The Times

  • NewsBytes

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