Chrononutrition: Frühes Frühstück optimiert Stoffwechsel und Langlebigkeit
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die wissenschaftliche Forschung rückt die zeitliche Komponente der Nahrungsaufnahme, bekannt als Chrononutrition, in den Fokus. Dieser Ansatz betont die kritische Rolle des Frühstücks für die metabolische Gesundheit und die Langlebigkeit, womit eine frühere ausschließliche Konzentration auf die Abendmahlzeit abgelöst wird. Die Chrononutrition integriert Essgewohnheiten in den natürlichen 24-Stunden-Zyklus des Körpers, den zirkadianen Rhythmus, um Verdauung, Stoffwechseleffizienz und Hormonproduktion zu optimieren. Die innere Uhr steuert zahlreiche biologische Prozesse, und eine Synchronisation der Nahrungsaufnahme mit diesen Rhythmen kann die Effizienz des Körpers steigern.
Experten empfehlen zunehmend ein Intervallfastenprotokoll von 12:12, bei dem die erste Nahrungsaufnahme bewusst mit den zirkadianen Rhythmen in Einklang gebracht wird, um den Fettstoffwechsel gegenüber der Kohlenhydratverwertung zu begünstigen. Studien deuten darauf hin, dass das Einhalten eines frühen Frühstücks, idealerweise vor 9:00 Uhr morgens, signifikant mit einer reduzierten Inzidenz von Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert ist. Eine Analyse von Daten aus der französischen NutriNet-Santé-Kohorte mit rund 103.000 Teilnehmern zeigte, dass jede Stunde spätere erste Mahlzeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 6 Prozent erhöhte, verglichen mit einem Frühstück vor 8:00 Uhr.
Insbesondere bei Frauen wurde beobachtet, dass eine späte letzte Mahlzeit nach 21:00 Uhr mit einem um 28 Prozent höheren Risiko für zerebrovaskuläre Erkrankungen, wie Schlaganfälle, im Vergleich zu einem Abendessen vor 20:00 Uhr korreliert. Im Gegensatz dazu scheint ein längerer nächtlicher Fastenzeitraum, also eine ausgedehnte Pause zwischen der letzten und der ersten Mahlzeit, das Risiko für diese Gefäßerkrankungen zu mindern, wobei jede zusätzliche Fastenstunde das Risiko um 7 Prozent senken kann. Die Forschung legt nahe, dass eine hohe Energieaufnahme am Morgen die Insulinsensitivität verbessern kann, was im Gegensatz zu einer hohen Zufuhr am Abend steht, die den Blutzucker weiter erhöhen kann, besonders bei gestörtem Zuckerstoffwechsel.
Die westliche Frühstückskultur, die oft reich an raffinierten Kohlenhydraten ist, führt zu unerwünschten Insulinspitzen, was besonders für die gesunde Alterung von Frauen ein Problem darstellt. Zukünftige Ernährungstrends orientieren sich an den Essgewohnheiten der Langlebigkeitsgemeinschaften, den sogenannten Blue Zones, zu denen Regionen wie Okinawa in Japan, Nicoya in Costa Rica, Sardinien in Italien, Ikaria in Griechenland und Loma Linda in Kalifornien gehören. Diese Bevölkerungsgruppen setzen auf einfache, natürliche und pflanzenbetonte Kost. Die Mahlzeiten in den Blue Zones, einschließlich des Frühstücks, favorisieren herzhafte Optionen, die reich an Protein und Ballaststoffen sind, anstatt einfacher Kohlenhydrate, was im Einklang mit der Forderung nach nahrhaften Mahlzeiten zum Fastenbrechen steht. Der Forscher Dan Buettner hat die Geheimnisse dieser Regionen popularisiert, wobei der Fokus auf einer Ernährung liegt, die reich an Ballaststoffen und Antioxidantien ist, um die Widerstandsfähigkeit des Körpers zu stärken und die sogenannte Healthspan – das gesunde Leben – zu verlängern.
Die Anwendung dieser Prinzipien, wie die Bevorzugung von protein- und ballaststoffreichen Morgenmahlzeiten, unterstützt die Harmonisierung des Stoffwechsels mit der inneren Uhr und fördert somit einen nachhaltig gesunden Lebensstil.
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Quellen
El Confidencial
Cuerpomente
PA Media
Diario AS
Arenas Multimedia
elEconomista.es
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