Kunst im Fluss der Zeit: Die Ausstellung „Metamorphosen“ von Ovid im Rijksmuseum Amsterdam

Autor: Irina Davgaleva

Offizieller Bericht zur Metamorphoses-Ausstellung im Rijksmuseum Amsterdam.

Im Rijksmuseum in Amsterdam findet eine der bedeutendsten Ausstellungen des Jahres statt – „Metamorphosen“. Die in Zusammenarbeit mit der Galleria Borghese in Rom vorbereitete Schau untersucht den Einfluss der Dichtung des Publius Ovidius Naso auf die Kunst der letzten zwei Jahrtausende.

Die zentrale Idee der Ausstellung ist Ovids Leitgedanke: „Nichts bleibt wie es ist, alles fließt und wandelt sich“. Genau diese Philosophie der ewigen Bewegung und Verwandlung wurde zu einer der stärksten Inspirationsquellen für Künstler verschiedener Epochen – von der Renaissance bis zum heutigen Tag.

Das um das Jahr 8 n. Chr. geschriebene Gedicht „Metamorphosen“ besteht aus 15 Büchern und enthält mehr als 250 Mythen. Ovid sammelte praktisch alle bekannten griechisch-römischen Geschichten über Verwandlungen: Menschen werden zu Bäumen, Tieren, Blumen, Flüssen und Sternbildern. Durch diese Geschichten zeigte er, dass sich die Welt in ständigem Wandel befindet und die Grenzen zwischen Mensch, Natur und dem Göttlichen äußerst fließend sind.

In der Ausstellung im Rijksmuseum entfaltet sich diese Idee durch einen Dialog der Epochen. Mehr als 80 herausragende Kunstwerke zeigen, wie Meister verschiedener Zeiten die ovidischen Mythen interpretierten. Hier stehen Gemälde von Tizian und Caravaggio neben Marmorskulpturen von Bernini sowie Werken von Rodin, Brancusi, Magritte und Louise Bourgeois. Besonderes Augenmerk liegt auf zeitgenössischen Interpretationen – Videoinstallationen, Fotografien und Objekten, in denen antike Sujets durch das Prisma heutiger Themen wie Identität, Körpertransformation, Gender und Macht neu gedeutet werden.

Der Kurator der Ausstellung, Frits Scholten, bemerkt: „‚Metamorphosen‘ ist nicht einfach eine Sammlung von Mythen. Es ist eine Philosophie der Wandelbarkeit der Welt. Wir zeigen, wie Künstler über die Jahrhunderte hinweg zu Ovid zurückkehrten, wenn sie etwas Wichtiges über die menschliche Natur aussagen wollten.“

Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Säle des Rijksmuseums und ist thematisch gegliedert – „Leidenschaft“, „Begehren“, „Verwandlung“, „Macht“ und „Ewigkeit“. Besucher können verfolgen, wie ein und derselbe Mythos (beispielsweise die Geschichte von Apollo und Daphne oder Pygmalion) in verschiedenen Epochen völlig unterschiedliche Lesarten erfährt.

Nach Amsterdam wird die Ausstellung nach Rom weiterziehen, wo sie in der Galleria Borghese gezeigt wird.

„Metamorphosen“ im Rijksmuseum ist nicht bloß eine Retrospektive, sondern eine tiefgreifende Reflexion über das Wesen von Kunst und Mensch. In einer Ära, in der die Grenzen zwischen Realität und Virtualität, Körper und Technologie ständig verschwimmen, klingt Ovids Gedicht besonders aktuell und erinnert daran, dass Verwandlung ein ewiges Gesetz des Daseins ist.

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Quellen

  • Rijksmuseum Official — страница выставки:

  • Rijksmuseum Press Release:

  • The Guardian — обзор выставки:

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