Simulationsthese 2025: Informationsdynamik trifft auf rechnerische Grenzen

Bearbeitet von: Irena I

Die philosophische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Simulationshypothese, popularisiert durch den Film The Matrix, intensiviert sich im Jahr 2025. Die aktuelle Debatte wird von neuen, informationstheoretisch fundierten Argumenten sowie konträren Thesen, die auf rechnerischen Unmöglichkeiten basieren, geprägt. Die Forschungstätigkeiten, die sich über den Zeitraum von 2003 bis 2025 erstrecken, mit einem Fokus auf die Jahre 2022 und 2023, sind global vernetzt. Zu den beteiligten Zentren zählen die University of Portsmouth im Vereinigten Königreich, die Universität Bologna in Italien und die University of Louisville in den USA, was die metaphysische Relevanz der Fragestellung unterstreicht.

Im Zentrum der wissenschaftlichen Konfrontation stehen zwei gegensätzliche Konzepte. Einerseits legt der Physiker Melvin Vopson seine Theorie vor, insbesondere das von ihm 2022 mit Lepadatu eingeführte Zweite Gesetz der Infodynamik. Dieses Gesetz postuliert, dass die Informationentropie von Systemen, die Informationszustände enthalten, konstant bleibt oder abnimmt, im Gegensatz zur physikalischen Entropie. Vopsons Arbeit versucht, die Simulationsthese durch die Annahme, dass Schwerkraft ein emergenter Effekt der Informationsoptimierung sein könnte, aus der rein philosophischen Sphäre in den Bereich der überprüfbaren Physik zu überführen. Seine Forschung wendet das Gesetz auch auf biologische Prozesse an, wie genetische Mutationen beim SARS-Cov-2-Virus, und stellt fest, dass die Informationentropie biologischer Systeme tendenziell abnimmt, was die Idee der Informationsoptimierung stützt.

Andererseits konfrontiert der Astrophysiker Franco Vazza von der Universität Bologna diese Sichtweise mit der astrophysikalischen Machbarkeitsprüfung. Vazza kommt in seiner Analyse, die in Frontiers in Physics publiziert wurde, zu dem Schluss, dass die Simulation des Universums bis zur Planck-Skala eine Energie erfordern würde, die die im Universum enthaltene Energie übersteigt, sofern die Simulatoren denselben physikalischen Gesetzen unterliegen. Vazza argumentiert, dass selbst die Simulation der Erde bis zur Planck-Skala die Energie von etwa 100.000 Sternen in einem Kugelsternhaufen beanspruchen würde. Selbst bei einer Simulation mit geringerer Auflösung, die nur die von menschlichen Experimenten erforschten Skalen abbildet, würden die Energieanforderungen astronomisch bleiben und die gesamte Ruhemasseenergie der Milchstraße nach etwa $10^6$ Zeitschritten verbrauchen.

Die historische Grundlage dieser Diskussion wurde 2003 durch das probabilistische Argument des Philosophen Nick Bostrom an der University of Oxford gelegt, welches ein Trilemma aufstellt. Ergänzend dazu existiert die Überlegung von John Barrow aus dem Jahr 2007, Abweichungen in Naturkonstanten als Fehler in einer Simulation zu interpretieren. Die anhaltende Relevanz des Diskurses liegt in der Spannung zwischen Vopsons vorgeschlagener, ordnungsstiftender Gesetzmäßigkeit der Information und Vazzas Konfrontation mit den harten Grenzen der Energiebilanz. Die Frage, ob eine Realität außerhalb einer simulierten Welt konzipiert werden kann, bleibt somit ein zentrales, ungelöstes Problem an der Schnittstelle von Physik und Informationstheorie.

21 Ansichten

Quellen

  • New Scientist

  • IAI TV

  • Frontiers in Physics

  • Popular Mechanics

  • Lincoln Cannon

  • MDPI

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