Globale Wetterextreme: Hitzewellen im Süden treffen auf Kälteeinbrüche im Norden
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Die planetaren atmosphärischen Strömungen manifestieren sich im frühen Januar 2026 in einer deutlichen klimatischen Diskrepanz zwischen den Erdhalbkugeln. Während die südliche Hemisphäre mit extremen Hitzewellen und verheerenden Waldbränden konfrontiert ist, kämpft die nördliche Hemisphäre mit tiefgreifenden winterlichen Bedingungen, die erhebliche Störungen verursachen. Meteorologen werten diese Divergenz im globalen Wettermuster als Indikator für ein zunehmend erratisches Klimasystem, in dem extreme Phänomene häufiger auftreten.
Im südlichen Sektor des Globus sind die Auswirkungen der Hitze besonders dramatisch, insbesondere in Australien. Der Bundesstaat Victoria sah sich ab dem 6. Januar 2026 einer Serie von Buschfeuern ausgesetzt, die zur Verhängung des Ausnahmezustands führten, wie Premierministerin Jacinta Allan bestätigte. Nach Angaben des JRC Global Wildfire Information System (GWIS) hatten die Flammen bis zum 10. Januar über 300.000 Hektar Fläche verzehrt, wobei allein im Gebiet um Longwood fast 150.000 Hektar Vegetation betroffen waren. Medienberichten zufolge wurden mindestens 130 Gebäude zerstört, was Evakuierungen auslöste und den Einsatz von Tausenden von Feuerwehrleuten sowie 70 Fluggeräten zur Eindämmung erforderte. Die Behörden warnten vor katastrophalen Bedingungen, die durch Temperaturen über 40 Grad Celsius und Windböen bis zu 100 Kilometer pro Stunde begünstigt wurden.
Parallel dazu erlebt die Nordhemisphäre eine Periode intensiver Kälte, die durch einen tiefgreifenden Strukturwandel des Stratosphärischen Polarwirbels (SPV) begünstigt wird. Dieses als „Große Eurasische Wetterdivergenz“ bezeichnete Phänomen, das Ende 2025 begann und sich Mitte Januar 2026 erneut verstärkte, beeinträchtigte die Fähigkeit des Polarwirbels, arktische Kaltluft einzuschließen. Dies führte zu anhaltenden arktischen Kaltlufteinbrüchen und Rekordschneefällen in weiten Teilen Nordamerikas und Europas. Experten analysierten, dass die negative nordatlantische Oszillation als Barriere wirkte, welche milde atlantische Luftmassen abblockte und stattdessen eiskalte Polarluft nach Europa leitete, was wochenlange Kältewellen zur Folge haben kann.
Die Infrastruktur in den betroffenen nördlichen Regionen erfuhr erhebliche Beeinträchtigungen. In Großbritannien wurde eine Amber-Warnung für Temperaturen bis zu minus 11 Grad Celsius ausgegeben, während in Deutschland das Risiko eines Verkehrschaos durch Glatteis bestand. In Moskau wurden Berichten zufolge Schneemengen von 65 Zentimetern gemessen, was die Logistik erschwerte. Ein spezifisches Risiko für Russland stellt der „Winterkill“ dar, bei dem extremer Frost auf ungeschützten Ackerboden trifft und die Winterernte gefährden kann. Zudem wird die Zuverlässigkeit pneumatischer Bremsen von Zügen bei Temperaturen unter minus 25 Grad Celsius in Frage gestellt, was den Güterverkehr, beispielsweise auf der Transsibirischen Eisenbahn, beeinträchtigt.
Diese simultanen Extreme – sengende Hitze im Süden und extreme Kälte im Norden – verdeutlichen eine Verschiebung weg von historisch stabilen Wettermustern. Die meteorologische Divergenz, angetrieben durch die vertikale Kopplung zwischen Stratosphäre und Troposphäre, ist ein Schlüsselkonzept zur Erklärung dieser großräumigen Wetterphänomene. Die Konsequenz dieser „zuverlässigen Instabilität“, wie sie von Analysten bezeichnet wird, erfordert eine Neuausrichtung der Systemvorbereitung auf wiederkehrende, heftige Schwankungen, was weitreichende Implikationen für die globale Landwirtschaft und Handelswege hat, da die bisherigen Annahmen über klimatische Verlässlichkeit erodieren.
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Quellen
LA TERCERA
Notimérica
Prensa Latina
Greenpeace
Wikipedia, la enciclopedia libre
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