Einzigartiges chemisches Profil: Propolis aus Te Urevera spiegelt die heimische Flora wider

Bearbeitet von: An goldy

Neuseeländische Wissenschaftler haben bahnbrechende Erkenntnisse über die Beschaffenheit von Propolis veröffentlicht, das von Honigbienen im indigenen Urwald (Ngahere) von Te Urevera produziert wird. Die Forscher stellten fest, dass dieser Stoff eine einzigartige chemische Zusammensetzung aufweist, die ihn deutlich von den weit verbreiteten europäischen Proben unterscheidet. Mit dieser Entdeckung wird die bisherige wissenschaftliche Annahme revidiert, wonach neuseeländischer Propolis überwiegend dem Pappel-Typ zuzuordnen sei, der typischerweise durch einen hohen Gehalt an Flavonoiden charakterisiert wird.

Die detaillierte Studie, die in der Region Ruatahuna durchgeführt wurde, deckte eine unmittelbare Korrelation zwischen der chemischen Signatur der lokalen Flora und dem von den Bienen erzeugten Endprodukt auf. Die Analysen machten deutlich, dass der aus der heimischen Vegetation gewonnene Propolis stark mit Diterpenoiden angereichert ist, was einen markanten Kontrast zu den flavonoidreichen Harzen der Pappel darstellt. Im Rahmen der Untersuchung wurden spezifische Diterpenoide wie Isocupressinsäure, Acetylisocupressinsäure, Manool, Torulosal, Communsäure und Ferruginol zweifelsfrei identifiziert. Zur Absicherung dieser Ergebnisse setzten die Wissenschaftler modernste Methoden wie die Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC-MS) sowie die NMR-Spektroskopie ein.

Interessanterweise weist dieses spezifische chemische Profil Parallelen zu Propolis-Typen aus dem Mittelmeerraum und bestimmten Regionen Brasiliens auf. Die evolutionäre Entwicklung der einzigartigen neuseeländischen Flora wurde maßgeblich durch die geografische Isolation des Inselstaates geprägt, insbesondere in den 250 Jahren seit dem Beginn der europäischen Besiedlung. Aktuell arbeiten der Tuawhenua Trust und die University of Waikato in einem gemeinsamen Forschungsprojekt daran, diese distinktiven chemischen Komponenten während der laufenden Nektarsammelsaison vollständig zu katalogisieren. Das Team der School of Science an der University of Waikato, zu dem auch Experten unter der E-Mail-Adresse manleyha@waikato.ac.nz gehören, widmet sich intensiv der Erstellung eines lückenlosen Profils.

Propolis ist eine harzartige Substanz, die Bienen von Baumknospen sammeln und durch die Zugabe von Enzymen modifizieren, woraus ein komplexes Gemisch mit über 800 biologisch aktiven Verbindungen entsteht. Während herkömmlicher Propolis oft wegen seiner antibakteriell wirkenden Flavonoide geschätzt wird, zeigt die neuseeländische, diterpenoidreiche Probe eine außergewöhnliche antioxidative Aktivität. In Labortests wurde ein bemerkenswertes antioxidatives Potenzial mit einem TEAC-Wert von 1481 mg Trolox pro Gramm ermittelt. Zudem konnte eine dosisabhängige Hemmung der mitochondrialen Dehydrogenase sowie eine Unterdrückung der Superoxid-Produktion mit einem IC50-Wert von 262 µg/ml beobachtet werden.

Ein weiterer bedeutender Aspekt der Untersuchung ist die nachgewiesene Hemmwirkung gegen pathogene Keime wie den Methicillin-resistenten und den Methicillin-sensiblen Staphylococcus aureus. Diese medizinisch relevanten Eigenschaften, die primär auf die hohe Konzentration von Diterpenoiden zurückzuführen sind, unterstreichen den enormen therapeutischen Wert dieses regionalen Naturprodukts. Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, dass der Propolis aus Te Urevera weit mehr ist als ein einfaches Bienenprodukt, sondern ein hochwirksames Destillat der einzigartigen neuseeländischen Biodiversität darstellt.

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Quellen

  • Scoop

  • Scoop

  • Plant & Food Research

  • Matarau

  • PubMed

  • SciProfiles

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