Forscher beschreiben neue Philodendron-Arten und entdecken Utricularia warmingii in Brasilien wieder

Bearbeitet von: An goldy

Im globalen Biodiversitäts-Hotspot des Atlantischen Regenwaldes in Brasilien haben Wissenschaftler die formale wissenschaftliche Beschreibung von zwei neuen Spezies aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) im Bundesstaat Espírito Santo bekannt gegeben. Die Neuzugänge zur Botanik sind *Philodendron quartziticola* und *Anthurium petraeum*. Diese Entdeckungen unterstreichen die fortlaufende Identifizierung neuer Lebensformen in diesem ökologisch fragilen und stark bedrohten Ökosystem.

Der Atlantische Regenwald, bekannt als Mata Atlântica, erstreckte sich historisch über mehr als 1,2 Millionen Quadratkilometer entlang der brasilianischen Ostküste, ist jedoch heute auf nur noch etwa 7% seiner ursprünglichen Fläche reduziert. Die Art *Philodendron quartziticola* wurde spezifisch auf geologisch einzigartigen Quarzitböden, lokal als „Morros de Sal“ bezeichnet, lokalisiert. Aufgrund ihres extrem begrenzten Verbreitungsgebietes, das durch den Vormarsch des Bergbaus und die Expansion von Immobilienprojekten unmittelbar bedroht ist, wurde *P. quartziticola* umgehend als „Stark gefährdet“ (Endangered) eingestuft. Diese enge Bindung an spezifische geologische Nischen verdeutlicht die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen in diesen Habitaten.

Parallel zu den Beschreibungen in Espírito Santo gab es im Jahr 2023 eine bemerkenswerte Wiederentdeckung der seltenen, aquatischen fleischfressenden Pflanze *Utricularia warmingii* (Wasserschlauchgewächse) in Campo Maior im Bundesstaat Piauí. Dieses Exemplar war in bestimmten Regionen seit über achtzig Jahren nicht mehr gesichtet worden. Diese Sichtung stellt den ersten dokumentierten Nachweis von *U. warmingii* im brasilianischen Nordosten dar, obwohl die geschätzte Gesamtverbreitungsfläche der Art auf nur 36 Quadratkilometer begrenzt ist.

Die erneute Sichtung von *U. warmingii* veranlasste Wissenschaftler, eine Neubewertung des nationalen Schutzstatus vorzuschlagen. Es wird angestrebt, die Art nach den Kriterien B2ab(iii) des CNCFlora-Handbuchs von 2023 als „Stark gefährdet“ zu kategorisieren. Zuvor war die Art in Brasilien aufgrund von Dateninkonsistenzen als „Daten unzureichend“ eingestuft worden, und es wurde angenommen, dass sie in Bundesstaaten wie São Paulo und Minas Gerais lokal ausgestorben sei. Die Bestätigung der endemischen Art im Nordosten Brasiliens erweitert das Verständnis ihrer geografischen Reichweite, die auch Bolivien und Venezuela umfasst.

Diese kombinierten botanischen Meldungen – die Beschreibung neuer Arten in einem fragmentierten Hotspot wie der Mata Atlântica und die Wiederentdeckung einer stark bedrohten Art in den Feuchtgebieten des Piauí – beleuchten eine kritische Lücke im brasilianischen botanischen Wissen. Die verbliebenen Fragmente des Atlantischen Regenwaldes, in denen sich Großstädte wie São Paulo und Rio de Janeiro befinden, sind durch Urbanisierung und Viehzucht stark dezimiert, wobei etwa 80% der Fläche in den letzten 50 bis 70 Jahren verloren gingen. Die Sicherung dieser neu beschriebenen und wiederentdeckten Spezies erfordert sofortige, gezielte Naturschutzmaßnahmen, um den einzigartigen Florenbestand Brasiliens zu bewahren.

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Quellen

  • Tua Casa

  • Portal O Dia

  • br.jetss.com

  • Tua Casa

  • Terra da Gente

  • Ecoinforme

  • Mídia Sudoeste

  • JB NEWS

  • Portal Clube News

  • Portal Clube News

  • Portal O Dia

  • Agência Brasil - EBC

  • Trends Ecol Evol

  • NPIN

  • ResearchGate

  • ECOROSES - Bouquets & Florals

  • Awebic

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