Die 42. chinesische Antarktis-Expedition führte die erste experimentelle Arbeit des Landes zum Heißwasserbohren von subglazialem Eis durch und stellte dabei einen neuen Weltrekord auf.
Die Volksrepublik China hat einen neuen Meilenstein in der Polarforschung erreicht, nachdem am 5. Februar 2026 die erste Heißwasser-Eisbohrung ihrer Geschichte in der Antarktis erfolgreich abgeschlossen wurde. Dies gab das Ministerium für natürliche Ressourcen am 7. April 2026 bekannt und präzisierte, dass im Rahmen der 42. Antarktis-Expedition eine Rekordtiefe von 3413 Metern im Eisschild erreicht wurde. Dieses Ergebnis übertrifft den bisherigen internationalen Rekord für polare Heißwasserbohrungen, der bei 2540 Metern lag, deutlich.
Dieser Erfolg belegt einen technologischen Sprung, der Untersuchungen in mehr als 90 % des antarktischen Eisschildes sowie im gesamten arktischen Eis ermöglicht. Das Hauptziel der Operation bestand darin, einen Zugangskanal zum subglazialen Qilin-See in der Ostantarktis zu schaffen, was einen entscheidenden Schritt für die Gewinnung kontaminationsfreier Proben darstellt. Die angewandte Heißwasser-Bohrtechnologie nutzt Hochdruck-Wasserstrahlen zum Schmelzen des Eises, was strukturelle Beeinträchtigungen minimiert und chemische Verunreinigungen der unberührten subglazialen Umgebung ausschließt. Aufgrund ihrer höheren Durchdringungskraft und Effizienz im Vergleich zu herkömmlichen mechanischen Verfahren hat sich diese Methodik als internationaler Standard bei der Untersuchung tiefer Polarregionen etabliert.
Die Operation wurde unter Einhaltung der Grundsätze einer „grünen Erkundung“ durchgeführt, was das Engagement der Volksrepublik China für ökologisch verantwortungsvolle Ansätze bei der Erschließung von Polarregionen unterstreicht. Der Zugang zum Qilin-See, der 2022 von China offiziell benannt wurde und der zweitgrößte bekannte subglaziale See in der Antarktis ist, ist von zentraler Bedeutung für paläoklimatische Forschungen sowie für die Untersuchung der Grenzen des Lebens unter Extrembedingungen. Der im Prinzessin-Elisabeth-Land gelegene Qilin-See ist Schätzungen zufolge seit mehr als dreieinhalb Millionen Jahren von der Außenwelt isoliert, was ihn zu einem idealen Archiv für historische Klimadaten macht.
Die im November 2025 gestartete 42. Expedition, die von den Eisbrechern „Xuelong“ und „Xuelong 2“ unterstützt wird, soll planmäßig im Mai 2026 enden. Expeditionsleiter Wei Fuhai betonte, dass die Mission die wachsenden Kapazitäten Chinas in der Polarforschung belege und einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Glaziologie und Klimatologie leiste. Im Rahmen der Mission wird zudem die Infrastruktur der chinesischen Qinling-Station modernisiert, einschließlich der Forschungsgebäude und Kommunikationsnetze.
Der während des Experiments erzielte technologische Durchbruch integrierte speziell für polare Bedingungen entwickelte Ausrüstung, mit der technische Herausforderungen bei hochpräzisen, großkalibrigen und sauberen Bohrungen in Tiefen von über 3000 Metern erfolgreich gelöst wurden. Die erfolgreiche Demonstration des schnellen und tiefen Einsatzes der Bohranlage legte den Grundstein für die In-situ-Detektion und Probenahme aus tiefen subglazialen Seen in der Antarktis. Dabei erfüllt das System die Anforderungen des Antarktisvertrags hinsichtlich friedlicher Nutzung und Umweltschutz, einschließlich strenger Sterilisationsverfahren zur Vermeidung biologischer Kontamination.