
Regierungen verabschieden Rahmenwerk zum Schutz von Seevögeln entlang sechs mariner Zugrouten
Bearbeitet von: Olga Samsonova

Internationale Regierungen haben ein neues Naturschutzstrategie formell verabschiedet, das sich auf die Wanderrouten von Seevögeln, sogenannte marine Zugstraßen (Marine Flyways), konzentriert. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die historisch lückenhafte Schutzabdeckung für Arten zu verbessern, die weite Ozeanbecken überqueren und dabei zahlreiche politische Grenzen berühren. Die Identifizierung dieser sechs Hauptrouten, die sich über Atlantik, Pazifik, Indischen Ozean und den Südlichen Ozean erstrecken, erfolgte auf Basis einer umfassenden Analyse von Tracking-Daten, die von über 60 Forschern in der Seabird Tracking Database zusammengetragen wurden. Diese Datenbank bildet die Bewegungen von 151 verschiedenen Seevogelarten ab.
Die formelle Annahme dieses intergouvernementalen Rahmens fand im März 2026 auf der 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) der Konvention über wandernde Arten (CMS) in Campo Grande, Brasilien, statt. Die Konferenz, die vom 23. bis zum 29. März lief und Vertreter aus 132 Ländern umfasste, rückte die ökologische Konnektivität in den Fokus, die für das Überleben wandernder Arten unerlässlich ist. Das neue Rahmenwerk bestätigt die Notwendigkeit der Vernetzung und hebt über 1.300 Schlüsselgebiete der biologischen Vielfalt hervor, die entlang dieser Routen liegen. Die wissenschaftliche Grundlage für diese Schutzbemühungen ist robust, gestützt auf Daten von mehr als 1.000 Seevögeln aus 48 verschiedenen Arten, wobei die gesamte Datenbank mittlerweile über 30 Millionen erfasste Standorte von 160 Seevogelarten enthält.
Die Hauptgefahren für diese marinen Korridore umfassen das unbeabsichtigte Verfangen in der Fischerei, bekannt als Beifang, die Einschleppung invasiver Arten und die zunehmenden Auswirkungen des globalen Klimawandels. Der Beifang stellt eine erhebliche Bedrohung dar; Studien belegen, dass beispielsweise 17 der 22 Albatrosarten durch Fischerei vom Aussterben bedroht sind. Die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens wird durch die Tatsache unterstrichen, dass 42 Prozent der betroffenen Seevogelarten global bedroht sind. Die CMS COP15 befasste sich zudem mit der Aufnahme weiterer gefährdeter Arten in die Anhänge des Vertrags, da fast die Hälfte der erfassten wandernden Arten rückläufige Populationen verzeichnet.
BirdLife International, eine treibende Kraft hinter der Konzeption der Marine Flyways, plant die nächste Umsetzungsphase. Die Organisation beabsichtigt, im September 2026 einen Global Flyways Summit in Nairobi, Kenia, abzuhalten, um die konkrete Umsetzung der Schutzmaßnahmen entlang der identifizierten Routen zu beschleunigen. Diese Initiative steht im Einklang mit den Mandaten der CMS, die 133 Vertragsparteien vereint, und dem Global Biodiversity Framework, insbesondere mit dem Ziel, bis 2030 30 Prozent der Meeresgebiete zu schützen. Die sechs spezifisch benannten Marine Flyways sind: Atlantischer Ozean, Nordindischer Ozean, Ostindischer Ozean, Westpazifischer Ozean, Pazifischer Ozean und Südlicher Ozean. Diese Fokussierung auf marine Korridore ergänzt die bereits etablierten neun Flyways für Land- und Wasservögel und definiert die Korridore für Meeresvögel auf Ebene der Meeresbecken.
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Quellen
Mongabay
Impactful Ninja
Mongabay
Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals
Impactful Ninja
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