Geordnetes Überqueren der Straße durch Capybaras in Cuiabá sorgt für Aufsehen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Geordnetes Überqueren der Straße durch Capybaras in Cuiabá sorgt für Aufsehen-1

In Cuiabá, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, wurde kürzlich eine bemerkenswerte Szene städtischer Tierkoexistenz dokumentiert: Eine Gruppe von Capybaras (Wasserschweinen) nutzte eine Fußgängerfurt, was an die berühmte Szene des Beatles-Albums „Abbey Road“ erinnerte.

Der Zeuge Lucas Abreu hielt den organisierten Vorgang am Abend eines Samstags im Stadtteil Santa Rosa fest. Die großen Nagetiere warteten geduldig am Bordstein, bis die Gruppe geschlossen die Fahrbahn überquerte, anscheinend auf das Signal eines führenden Tieres hin. Die Situation erhielt eine zusätzliche Dimension der zivilisierten Interaktion, als ein nahekommender Linienbus anhielt, um den Tieren den Vorrang zu gewähren und ihren Durchgang abzuwarten. Abreu berichtete, er habe das Warnblinklicht eingeschaltet, woraufhin der Busfahrer geduldig wartete, was er als Ausdruck eines „Verständnisses der kleinen Gruppe“ empfand.

Solche Sichtungen sind in den urbanisierten Zonen Cuiabás nicht mehr ungewöhnlich, was auf die zunehmende Präsenz der Capybaras in städtischen Habitaten hindeutet. Diese semiaquatischen Nagetiere, die als die größten lebenden Nagetiere gelten, sind in Südamerika weit verbreitet und besiedeln sowohl natürliche als auch anthropogene Umgebungen. Brasilianische Forscher untersuchen dieses Phänomen der städtischen Ökologie, da die Populationen dieser Tiere wachsen. Dieses Wachstum wird maßgeblich durch die reichliche Verfügbarkeit von Nahrung in städtischen Gebieten, wie Parks und Universitätscampus, sowie durch das Fehlen natürlicher Prädatoren begünstigt.

Studien, die beispielsweise auf dem Campus „Luiz de Queiroz“ der Universität von São Paulo zwischen 1998 und 2000 durchgeführt wurden, stellten in anthropogenen Feuchtgebieten Populationsdichten von bis zu 195 Individuen pro Quadratkilometer fest, was signifikant höher ist als in natürlichen Habitaten. Die steigende Präsenz von Capybaras in brasilianischen Städten führt zu ökologischen, hygienischen und Koexistenz-Herausforderungen. Obwohl Studien zeigen, dass die Öffentlichkeit positive Ansichten vertritt – 70 % der Befragten stimmten der Aussage zu, dass Capybaras zur Natur gehören und auch in städtischen Gebieten ungestört bleiben sollten –, ist das Wissen über die Biologie der Tiere und die damit verbundenen Risiken begrenzt.

Trotz ihrer friedfertigen Natur, die zu humorvollen Darstellungen wie dieser Überquerung führt, stellen Capybaras ein potenzielles Risiko dar, da sie als Verstärkerwirte für den Erreger des potenziell lebensbedrohlichen brasilianischen Fleckfiebers dienen können. Die Anpassungsfähigkeit der Tiere an städtische Umgebungen ist bemerkenswert; sie können ihre Aktivitätsmuster an die menschliche Präsenz anpassen, wobei eine erhöhte Nachtaktivität beobachtet wird, wenn die menschliche Störung hoch ist. Die Beobachtung in Cuiabá, bei der eine ganze Gruppe geordnet eine Straße überquerte, dient als anschauliches Beispiel für die komplexe und sich entwickelnde Beziehung zwischen Mensch und Tier im modernen städtischen Ökosystem Brasiliens.

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Quellen

  • globo.com

  • FOLHAMAX | Últimas Notícias de Cuiabá e Mato Grosso

  • Revista Amazônia

  • RepórterMT - Notícias de Mato Grosso e Cuiabá Hoje - ReporterMT

  • RepórterMT - Notícias de Mato Grosso e Cuiabá Hoje - ReporterMT

  • VG Notícias

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