Hundenasenabdruck als biometrisches Identifikationsmerkmal gewinnt durch KI an Bedeutung
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die feuchte Oberfläche der Hundenase birgt ein hochpräzises biometrisches Erkennungsmerkmal: den Nasenabdruck. Dieses komplexe Muster aus Rillen und Furchen auf dem Rhinarium fungiert als ein natürliches, unveränderliches Identifikationsmerkmal für jeden einzelnen Hund. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich diese Muster bereits embryonal ausbilden und über die gesamte Lebensspanne des Tieres, unabhängig von Rasse oder Alter, stabil bleiben. Diese Eigenschaft macht den Nasenabdruck zu einem zuverlässigen Identifikator, der in seiner Einzigartigkeit mit dem menschlichen Fingerabdruck vergleichbar ist.
Historisch wurde die Methode der Nasenabdruck-Identifikation bereits in den frühen 1920er Jahren vereinzelt angewendet. Ein Boxer namens Pepper galt im Jahr 1923 in Kanada als der erste Hund, der anhand seines Nasenabdrucks zweifelsfrei identifiziert wurde. Obwohl dieser frühe Einsatz vielversprechend war, setzte sich die Technik damals nicht flächendeckend durch. Erst durch jüngste technologische Fortschritte, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz und Bilderkennung, erlebt die Nasenabdruck-Identifikation nun ein signifikantes Wiederaufleben.
Spezialisierte Labore integrieren die biometrischen Daten des Nasenabdrucks zunehmend in Programme zur Tierwohlfahrt und Populationskontrolle. Die praktische Anwendung wird durch hochauflösende Kameras und KI-Algorithmen ermöglicht, welche eine schnelle und präzise Zuordnung erlauben, was besonders bei der Wiedervereinigung von verlorenen Haustieren von Vorteil ist. Besitzer können eine klare Aufnahme erstellen, woraufhin Plattformen mittels Bilderkennungssoftware einen einzigartigen biometrischen Code generieren. Dies stellt eine nicht-invasive Ergänzung zu den traditionell implantierten Mikrochips dar, da der Nasenabdruck jederzeit über ein handelsübliches Smartphone zugänglich ist.
Das südkoreanische Unternehmen Petnow mit Hauptsitz in Seoul und CEO Joonho Lim hat diese Technologie kommerzialisiert. Bis Anfang 2026 wurden über 1,2 Millionen Haustiere in 15 Ländern registriert. Die von Petnow entwickelte Technologie, wie das fortschrittliche Modell DNNetV2, erreicht in akademischen Studien eine Identifikationsgenauigkeit von bis zu 99,8%. Petnow bietet die Dienstleistung als kostenlose Registrierung zu Hause an, wobei die KI die Daten automatisch erfasst, selbst wenn sich das Tier bewegt. Die App kann dabei sowohl Hunde-Nasenabdrücke als auch Katzen-Gesichtskerne identifizieren. Die Vision des Unternehmens, unterstützt durch internationale Anerkennung wie die Auszeichnung „Best of Innovation“ auf der CES 2022, zielt darauf ab, eine Welt ohne verlorene oder ausgesetzte Haustiere zu schaffen.
Die breitere Anwendung dieser Technologie könnte weitreichende Implikationen für Bereiche wie Versicherungsabschlüsse, wo eine korrekte Identifizierung zu günstigeren Prämien führen kann, oder für das Veterinärwesen haben. Die Möglichkeit, den Abdruck einfach per Smartphone zu erfassen, umgeht die Notwendigkeit einer Injektion, wie sie beim Mikrochip erforderlich ist, und bietet eine Alternative, die nicht abnehmbar ist wie Halsbänder oder Marken. Dies unterstreicht den Wandel hin zu digitalen, nicht-invasiven Identifikationsstandards in der Heimtierbranche, wobei die Genauigkeit durch eine wachsende Datenbank weiter verbessert wird.
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Quellen
Daily Mail Online
Terra
News.com.au
RTL.nl
Cornwall Live
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Falmouth Packet
Cornwall Live
GOV.UK
The Smart Snout
The Smart Snout
Freethink Media
Reuters
Animal Wellness Academy
RSPCA South Australia
RSPCA South Australia
RSPCA South Australia
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Dagelijkse Standaard
The Times of India
Xinhua
The Associated Press
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