Psychologische Forschung: Bewusste Abgeschiedenheit senkt Stress und stärkt Autonomie

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle psychologische Forschungsergebnisse belegen, dass die bewusste Wahl von Solitude gegenüber sozialer Interaktion eine signifikante Senkung des Stresslevels und eine Steigerung der persönlichen Autonomie bewirkt. Diese Erkenntnisse gewinnen an Relevanz angesichts der Tatsache, dass Einsamkeit, insbesondere unter jungen Erwachsenen, ein globales Gesundheitsproblem darstellt, wie Studien aus den USA und Europa belegen. Die Forschung definiert Einsamkeit als ein negatives emotionales Erleben, das in allen Lebensphasen auftreten kann, wobei ein erster Höhepunkt im jungen Erwachsenenalter verzeichnet wird.

Eine spezifische Untersuchung, die Erwachsene im Vereinigten Königreich und in den Vereinigten Staaten von Amerika begleitete, stellte fest, dass die absichtliche Zeit allein, die als „Solitude“ bezeichnet wird, mit einer Reduktion des täglichen Stresses und einer Zunahme des Gefühls der Selbstbestimmung korreliert. Diese positiven Effekte sind jedoch an die Bedingung geknüpft, dass die Entscheidung für die Alleinzeit bewusst getroffen wird. Im Gegensatz dazu zieht auferlegte Isolation nachweislich negative Konsequenzen nach sich, wie Gefühle der Entfremdung und emotionale Leere.

Selbstgewählte Solitude wird hingegen mit friedlicher Introspektion, verbesserter Emotionsregulation und gesteigerter Kreativität in Verbindung gebracht. Die wissenschaftliche Gemeinschaft betont, dass dieser selbstgesteuerte Rückzug eine essenzielle Funktion als emotionales Ausgleichsinstrument in unserer hochgradig vernetzten Welt erfüllt, in der die ständige Reizüberflutung die Konzentrationsfähigkeit herausfordert. Die Forschung differenziert klar zwischen dem subjektiven Gefühl der Einsamkeit und dem objektiven Zustand der sozialen Isolation, wobei letzteres nicht zwangsläufig ersteres impliziert.

Experten bestätigen, dass die selbstgewählte Solitude zwar regenerativ für die Selbstregulation des Nervensystems wirkt, die menschliche Interaktion jedoch für das langfristige Wohlbefinden unverzichtbar bleibt. Ein Mangel an bedeutsamen sozialen Bindungen gilt als wesentlicher Risikofaktor für psychische Störungen wie Depressionen. Die Fähigkeit, die eigene Gesellschaft genießen zu können, wird somit als eine zentrale emotionale Überlebenskompetenz anerkannt, die eine reichhaltigere Teilhabe bei einer späteren Rückkehr in soziale Gefüge ermöglicht.

Studien, die beispielsweise Tagebuchführung über 21 Tage nutzten, zeigen, dass Tage mit autonomer Solitude mit weniger Stress und größerer Autonomiezufriedenheit einhergingen. Die Erkenntnis, dass die bewusste Gestaltung der Zeit allein die Stressbelastung senkt, impliziert eine Neubewertung der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Alleinsein. Dies ist besonders relevant, da beispielsweise in Deutschland im Jahr 2024 laut Daten immer noch 46 Prozent der jungen Erwachsenen angeben, sich zumindest mäßig einsam zu fühlen. Die Beherrschung dieser Fähigkeit zur Selbstgenügsamkeit stellt somit einen proaktiven Schritt zur psychischen Resilienz dar.

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Quellen

  • El Observador Mexico

  • University of Reading

  • PubMed

  • Madmilsbakehouse

  • Psychology Today Australia

  • Commonly

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